Evelyn Palla, die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, steht unter starkem Druck, den Konzern endlich auf den richtigen Kurs zu bringen. Nach gescheiterten Sanierungsversuchen unter ihren Vorgängern plant sie nun einen umfassenden Umbau. Ihr Ziel: eine effizientere und dezentralere Struktur, die schneller auf die Herausforderungen des Marktes reagiert.
Laut Unterlagen des Aufsichtsrats, in die das Handelsblatt (Abo) nach eigenen Angaben exklusiv Einsicht hatte, soll die Führungsebene erheblich reduziert werden. So will Palla die Zahl der Topmanager auf der ersten Führungsebene von 43 auf 22 verringern. Zudem sollen die Positionen der Konzernbeauftragten, die derzeit als "Zwischenebene" fungieren, vollständig gestrichen werden.
Die ersten Schritte des Umbaus
Der Umbau betreffe nicht nur das Topmanagement, heißt es. Auch bei den Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn plane Palla Stellenstreichungen. Insgesamt sollen vier Posten in den Vorstandsetagen der Tochterunternehmen fallen. Zudem will sie die Verantwortung stärker auf die einzelnen CEOs der Tochtergesellschaften übertragen und die dezentrale Entscheidungsfindung fördern. Die Führungskräfte der Tochtergesellschaften sollen künftig mehr Entscheidungsfreiheit und Verantwortung haben.
