Bahn-Belegschaft spottet über neuen Markenauftritt
Der neue Markenauftritt der Bahn kommt bei vielen Beschäftigten schlecht an. Im Intranet sammelten sich nach Informationen des Handelsblatts rund 480 Kommentare und Antworten, fast alle kritisch. Tenor: Statt eines neuen Designs brauche die Bahn funktionierende Züge, so der Tenor.
Deutsche Bahn
Das neue DB-Design kommt bei vielen Beschäftigten nicht gut an
Besonders das neue Gestaltungselement "Schwelle", ein sich verdichtendes Balkenmuster, sorgt intern für Spott. Beschäftigte verbinden es eher mit Stau und Stillstand als mit Fortschritt. Ein Mitarbeiter spricht laut Handelsblatt (Abo) vom "DB-Ladebalken".
Auch die Ausgaben für Kommunikation stehen in der Kritik. Für Werbung und Verkaufsförderung weist die Bahn für die vergangenen drei Jahre 386 Millionen Euro aus. Die Kosten des aktuellen Markenauftritts nennt das Unternehmen nicht.
Kritik trifft auf schwache Pünktlichkeit
Der Konzern hält den Kritikern aus den eigenen Reihen entgegen, der Marken-Relaunch sei Teil der Transformation und kein Selbstzweck. Man setze beim Relaunch auf die eigenen Beschäftigten. Unter dem Leitbild "Die Macher" sollen sie Verantwortung und Veränderungsbereitschaft verkörpern. Im Intranet fand sich zunächst kaum Zustimmung. Auf die Frage, wem das neue Design gefalle, habe sich erst Tage später ein Beschäftigter positiv zu Wort gemeldet, berichtet das Handelsblatt.
Der Unmut fällt in eine Phase schlechter Betriebswerte. Im August kamen nur 54,2 Prozent der Fernzüge pünktlich an, im ersten Halbjahr fiel jeder zwölfte Fernzug ganz oder teilweise aus. Gleichzeitig beziffert die Bahn den Sanierungsstau im Netz auf rund 130 Milliarden Euro.