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18. Januar 2026 | 12:40 Uhr
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BDL sieht Sitzplatzangebot ab Deutschland leicht im Plus

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) rechnet für Januar bis Juni 2026 mit 122,7 Millionen Sitzplätzen auf Flügen von, nach und in Deutschland. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr, aber erst 89 Prozent des Angebots aus dem ersten Halbjahr 2019.

Flugzeug

Die Luftfahrt in Deutschland nimmt auch 2026 kaum zu

Der BDL sieht die Erholung des Luftverkehrs in Deutschland nahezu zum Erliegen kommen. In den übrigen europäischen Ländern entwickele sich das Angebot deutlich dynamischer, so der Luftfahrtverband. Dort steige die Zahl der Sitzplätze im Vergleich zu 2025 um sechs Prozent und liege bei 114 Prozent des Niveaus von 2019. Besonders stark wachsen demnach die europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines, die in Europa ohne Deutschland 138 Prozent des 2019er Angebots erreichten.

Punkt-zu-Punkt-Airlines fehlen, Touristik trägt

Im deutschen Markt ist die Verschiebung zwischen den Geschäftsmodellen auffällig. Punkt-zu-Punkt-Airlines kämen ab Deutschland nur auf einen Marktanteil von 28 Prozent und erreichten im Vergleich zu 2019 lediglich 80 Prozent. Bei den europäischen Netzwerk-Airlines liege die Erholung bei 82 Prozent, zudem sinke deren Kapazität gegenüber dem Vorjahr leicht. Auch außereuropäische Netzwerk-Airlines lägen knapp unter dem Vorkrisenniveau.

Deutlich besser laufe es bei touristischen Airlines, so der BDL: Sie erreichten ab Deutschland eine Entwicklungsrate von 146 Prozent gegenüber 2019 und wüchsen gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent. Ihr Marktanteil liege bei 15 Prozent.

Innerdeutsch bleibt halbiert

Der innerdeutsche Verkehr stagniere gegenüber dem Vorjahr und erreicht nur noch 50 Prozent des Niveaus von 2019, stellt der Verband fest. Besonders schwach sei der dezentrale Verkehr abseits der Drehkreuze Frankfurt und München. Dort betrage die Kapazität nur noch 18 Prozent des früheren Angebots und schrumpfe gegenüber dem Vorjahr um weitere acht Prozent. Verbindungen zu den Drehkreuzen nähmen dagegen leicht um zwei Prozent zu, blieben aber ebenfalls deutlich unter 2019.

Auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken wachse das Sitzplatzangebot von und nach Deutschland um drei Prozent und erreiche 94 Prozent des Niveaus von 2019. Getragen werde diese Entwicklung vor allem von touristisch und ethnisch geprägten Strecken nach Ost- und Südosteuropa sowie nach Nordafrika/Levante, die jeweils zweistellig zulegten.

Auf den Langstrecken erreicht das Angebot laut BDL im ersten Halbjahr 97 Prozent des Niveaus von 2019 und wächst gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent. Direktflüge nach Afrika legten zweistellig zu, Nordamerika sei dagegen leicht rückläufig, heißt es. Auch der USA-Markt gehöre zu diesem Segment.

Flughäfen: Drehkreuze stabiler, Mittelklasse bleibt zurück

An den beiden großen Drehkreuzen erreiche Frankfurt 90 Prozent des 2019er Angebots und wachse im Vorjahresvergleich um vier Prozent. München komme auf 84 Prozent und stagniere.

Bei weiteren großen Standorten bleibe die Entwicklung ebenfalls gedämpft. Berlin-Brandenburg, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart legten kaum noch zu oder schrumpften leicht. Der BDL macht dafür das fehlende Angebot der Punkt-zu-Punkt-Airlines und den Einbruch des dezentralen innerdeutschen Verkehrs verantwortlich. Die Folge sei eine stark reduzierte Konnektivität.

Einige kleinere Regionalflughäfen entwickelten sich dagegen überdurchschnittlich. Dort setzten Punkt-zu-Punkt-Airlines im begrenzten Umfang zusätzliche Kapazitäten ein, häufig für VFR- und touristischen Verkehr. Memmingen, Karlsruhe Baden/Baden oder Niederrhein/Weeze lägen im Vergleich zu 2019 teils deutlich über dem früheren Angebot.

Christian Schmicke

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