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BTW warnt vor Folgen zentraler AfD-Positionen für die Touristik

Der BTW warnt vor möglichen Folgen zentraler AfD-Positionen für die Tourismuswirtschaft. Präsident Sören Hartmann sieht vor allem bei Zuwanderung, Schengen, EU und Euro Risiken für die Branche. Offene Grenzen, die Gemeinschaftswährung und ausländische Arbeitskräfte seien zentrale Geschäftsgrundlagen.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft betont in seinem Statement, dass er politische Programme und deren Auswirkungen auf die Branche bewerte, nicht individuelle Wahlentscheidungen. Aus Sicht des BTW stehen mehrere Positionen der AfD wesentlichen Interessen der Tourismuswirtschaft entgegen. Dazu zählt der Verband eine restriktivere Zuwanderungspolitik sowie Positionen zu Schengen, EU und Euro.

"Unsere Branche lebt von Offenheit, Mobilität und internationalem Austausch", sagt BTW-Präsident Sören Hartmann. Schengen, Reisefreiheit, Euro und Arbeitskräftezuwanderung seien für die Unternehmen „zentrale Geschäftsgrundlagen“.

Viele Beschäftigte haben Migrationshintergrund

Der Verband verweist insbesondere auf die Bedeutung internationaler Arbeitskräfte. Im Gastgewerbe haben laut BTW 44,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Migrationshintergrund. "Ohne sie würden Teile der Branche stillstehen", sagt Hartmann. Bei einem Kongress des Fachmagazins FVW bezifferte er den entsprechenden Anteil für die gesamte Tourismuswirtschaft auf 25 Prozent.

Auch dauerhafte Grenzkontrollen sieht der BTW kritisch. Sie könnten die Mobilität von Gästen und Beschäftigten erschweren und Pkw- und Flugreisende ebenso treffen wie Bus- und Bahntouristik, Flusskreuzfahrten und Tagesreisen. Im Luftverkehr könnten längere Umsteigezeiten nach Einschätzung des Verbands zudem die Drehkreuzfunktion deutscher Flughäfen schwächen.

Euro-Ausstieg würde Veranstalter vor Probleme stellen

Der BTW verweist zudem darauf, dass eine Abkehr vom Euro neue Wechselkursrisiken schaffen und langfristige Kalkulationen für Tourismusunternehmen erschweren würde. Die AfD fordert in ihrem Bundestagswahlprogramm 2025 ausdrücklich, dass Deutschland das Euro-System verlässt.

Hartmann räumt zugleich ein, dass der Frust bei Bürgern und Unternehmen hoch sei. Er verweist auf steigende Kosten, eine schwache wirtschaftliche Entwicklung und Unternehmen, die um ihre Existenz kämpfen. Die Antwort darauf sieht er jedoch nicht in weniger internationaler wirtschaftlicher Verflechtung.

Der BTW fordert stattdessen Maßnahmen, die Unternehmen und Bürger entlasten, Vertrauen schaffen und Wachstum ermöglichen. Der Verband appelliert an die Parteien der politischen Mitte, dafür gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Christian Schmicke