Das Amtsgericht Hamburg lehnte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über die A.M.F. Aircraftleasing Meier & Fischer GmbH & Co. KG ab, weil das vorhandene Vermögen nicht für die Verfahrenskosten reiche berichtet Bild (Abo). Die Firma war im Impressum der inzwischen nicht mehr erreichbaren Websites von Fischer Air und Fischer Reisen genannt.
Bereits für 2020 wird in der letzten veröffentlichten Bilanz ein Minus von rund 20,8 Millionen Euro genannt. Geschäftsführer waren Václav Fischer und Stefan Meier. Fischer ist laut Handelsregister mit 10,8 Millionen Euro als Kommanditist beteiligt, Meier mit 3,6 Millionen Euro.
Flugbetrieb mehrfach verschoben
Fischer hatte wiederholt angekündigt, unter der Marke Fischer Air von deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen zu fliegen. Zuletzt war ein Start ab Kassel im Oktober 2026 vorgesehen. Nach Angaben des Flughafens bestand jedoch keine vertragliche Vereinbarung mit Fischer Reisen.
Hinzu kommt ein Markenstreit: Die Rechte am Namen Fischer Air liegen seit 2020 bei Dertour. Der Reisekonzern hat nach eigenen Angaben bereits ein Verfahren wegen Markenrechtsverletzungen gewonnen.
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage
Unabhängig von den Airline-Plänen hat die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Václav Fischer Anklage wegen des Verdachts auf vollendeten gewerbsmäßigen Betrug in drei und versuchten gewerbsmäßigen Betrug in 29 Fällen erhoben. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Amtsgericht Hamburg-Barmbek.
Die Vorwürfe betreffen Kurzarbeitergeld aus den Jahren 2021 und 2022. Fischer soll sich laut Staatsanwaltschaft unter anderem als Inhaber eines Hamburger Reisebüros ausgegeben und Leistungen beantragt haben, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht bestanden hätten.
Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens gilt die Unschuldsvermutung. Auf Anfragen mehrerer Medien reagierte Fischer nicht.
