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6. Februar 2024 | 12:53 Uhr
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Bundesbürger bleiben trotz Kostenanstiegs reiselustig

Laut der aktuellen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen planen trotz kräftig gestiegener Preise fast zwei Drittel der Bundesbürger in diesem Jahr mindestens eine Urlaubsreise. Knapp jeder Fünfte ist sich jetzt schon sicher, 2024 nicht zu verreisen; ebenso viele sind noch unsicher.

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Gut 60 Prozent der Bundesbürger wollen auch in diesem Jahr verreisen

Für die Untersuchung, die Anspruch auf Repräsentativität erhebt, befragte das Meinungsforschungsinstitut GfK im Dezember 2023 und Januar 2024 online 3.000 Frauen und Männer im Alter ab 18 Jahren. Die erhobenen Zahlen verdeutlichten, wie sehr die Bundesbürger trotz anhaltender Unsicherheiten bereit seien, ihre Reisewünsche in die Tat umzusetzen, heißt es von der Stiftung des Tabakunternehmens BAT. Bei den Reisezielen werde sich der Trend zu ausländischen Ferienzielen fortsetzen, wenngleich auch dieses Jahr Deutschland das beliebteste Reiseziel bleiben werde. Im Jahr 2023 erreichte das Inland, gemessen an der Zahl der Reisenden, einen Marktanteil von 37 Prozent, auf außereuropäische Reiseziele entfielen 16 Prozent.

Reisefrequenz steigt mit dem Einkommen

Im vergangenen Jahr ist laut der Umfrage der Anteil der Deutschen, die eine Reise von wenigstens fünf Tagen Dauer unternommen haben, im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 61 Prozent gestiegen. Der Wert erreichte damit dasselbe Niveau wie vor der Corona-Pandemie. Die Reisefrequenz stieg naheliegenderweise mit dem Einkommen. Während nicht einmal jeder Dritte Geringverdienende (Haushaltseinkommen unter 1.500€/Monat) unterwegs war, begaben sich 83 Prozent der Besserverdienenden (Haushaltseinkommen über 5.000€/Monat) auf die Reise. Innerhalb der Lebensphasen packten Familien (75%) und kinderlose Paare (72%) überdurchschnittlich oft ihre Koffer, während Singles (50%) deutlich häufiger zu Hause blieben.

Der Trend zu mehreren Reisen pro Jahr bleibt dabei ungebrochen. Vor zehn Jahren unternahm jeder fünfte Bürger mehr als eine Urlaubsreise, im vergangenen Jahr waren doppelt so viele Urlauber mehrfach unterwegs (41%). Jeder vierte war dabei zweimal unterwegs, jeder zehnte dreimal und jeder zwölfte noch öfter. Mit dem Einkommen stieg dabei die Reisehäufigkeit. So war der Anteil der mehrfach Reisenden bei Besserverdienenden mehr als dreimal so groß wie bei Geringverdienern.

Reisedauer sinkt leicht

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die durchschnittliche Reisedauer um etwa einen Tag. Ein Grund hierfür waren laut der Umfrage die höheren Kosten, ein anderer der Trend zu Mehrfachreisen. Besonders betroffen waren hiervon Fernreisedestinationen, die nicht mehr drei Wochen im Schnitt besucht wurden, sondern "nur" noch zweieinhalb. Entgegen dieser Entwicklung stieg die Verweildauer bei inländischen Urlaubsorten, was laut der Stiftung für Zukunftsfragen auf einen hohen Anteil von älteren Reisenden zurückgeführt werden kann. Diese blieben etwas länger vor Ort, da sie oftmals über ausreichende finanzielle und zeitliche Ressourcen verfügten, heißt es.

Ausgaben auf Rekordniveau

Die Ausgaben für den Urlaub erreichten 2023 ein neues Rekordniveau und lagen durchschnittlich bei 1.538 Euro pro Person. Im Schnitt ließ sich eine vierköpfige Familie den Haupturlaub damit mehr als 6.000 Euro kosten. Ein Urlaub im Inland war rund 200 Euro günstiger als im europäischen Ausland, allerdings trug dazu auch die kürzere Reisedauer bei. Bei den ausländischen Reisezielen wurde am meisten Geld für Urlaub in Spanien (1.663€) oder Griechenland (1.755€) ausgegeben.

Auch die Urlaubskosten erreichten pro mit 129 Euro einen neuen Höchststand. Im Vergleich zur Vorsaison gaben die Reisenden im Schnitt 19 Prozent mehr aus. Besonders deutlich stiegen die Tageskosten in Spanien (35%), Österreich (29%) und in den Fernreisezielen (27%), wogegen Skandinavien (2%) vergleichsweise preisstabil blieb. Im Inland stiegen die Kosten um zwanzig Euro auf insgesamt 132 Euro und liegen nun über dem europäischen Durchschnitt – trotz deutlich geringerer Anreisekosten.

Christian Schmicke

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