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19. Oktober 2020 | 07:00 Uhr
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Bundeskanzlerin bittet Deutsche um Reiseverzicht

Gerichtsurteile und die massive Kritik zeigen Wirkung: Das Beherbergungsverbot einiger Bundesländer für Reisende aus deutschen Risikogebieten wird vielerorts aufgehoben. Doch der Reisebranche hilft das wenig: Weil die Neuinfektionen weiter steigen, bittet Bundeskanzlerin die Deutschen darum, gar nicht zu reisen.

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Angela Merkel bittet die Bundesbürger in ihrer Videobotschaft um einen generellen Reiseverzicht

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„Wir sind in einer sehr ernsten Phase der Corona-Pandemie. Tag für Tag steigt die Zahl der Neuinfektionen sprunghaft“, so Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. „Wir müssen jetzt alles tun, damit sich das Virus nicht unkontrolliert ausbreitet.“ Am wichtigsten sei es, die Zahl der persönlichen Begegnungen zu verringern, so die Bundeskanzlerin. „Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause. Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort.“

Fast 8.000 Neuinfektionen an einem Tag

Tatsächlich meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstag 7.830 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – so viele wie noch nie zuvor. Mittlerweile haben mehr als 70 Landkreise und kreisfreie Städte den Grenzwert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten. In Berliner Bezirk Neukölln haben sich in den vergangenen sieben Tage 162 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Das Land Berlin insgesamt kommt auf 84 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Auch Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland haben den Grenzwert als Ganzes mittlerweile gerissen. Es ist wohl nur eine Frage von Tagen, bis weitere Bundesländer den Grenzwert übersteigen.

Gerichte heben innerdeutsche Reisebeschränkungen auf

Dieses Szenario mag auch dazu beigetragen haben, dass sich immer mehr Bundesländer vom umstrittenen Beherbergungsverbot für Reisende aus anderen Bundesländern verabschieden. Zuvor schon hatten Gerichte einige dieser Verordnungen kassiert. Hotels hatten beklagt, dass dies einem Lockdown gleichkäme und sie die Kontrolle nicht leisten könnten. Mediziner und Virologen zweifelten zudem am Sinn eines Beherbergungsverbots.

In Baden-Württemberg, Brandenburg und Niedersachsen haben Gerichte das Beherbergungsverbot gekippt. Es sei unverhältnismäßig und seine positive Wirkung auf das Pandemie-Geschehen nicht bewiesen. Bayern, das Saarland und Sachsen hatten ihre Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten aufgehoben, Hessen hat dies ebenfalls angekündigt. Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen hatten Beherbergungsverbote von vorneherein abgelehnt

Noch vier Bundesländer mit Beherbergungsverbot

Bleiben noch vier Bundesländer, die Reisende aus Risikogebieten ohne negativen Corona-Test nicht bei sich übernachten lassen: Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Mecklenburg-Vorpommern hat sich allerdings von seiner besonders strengen Quarantänepflicht für Reisende aus deutschen Risikogebieten verabschiedet. Vom kommenden Mittwoch an reicht Urlaubern ein negativer Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, um in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen. Die bislang geltende Quarantäne-Pflicht und ein zweiter Test nach fünf Tagen entfallen. Damit gelten in Mecklenburg-Vorpommern die gleichen Regeln wie in Schleswig-Holstein und Hamburg. In der Hansestadt hatte ein Gericht das Beherbergungsverbot bestätigt.

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