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22. Mai 2026 | 11:57 Uhr
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Bundestag stimmt für drei Bahn-Neubaustrecken

Der Bundestag hat den Weg für die weitere Planung von drei Milliardenprojekten im Schienennetz freigemacht. Die Abgeordneten stimmten für die Neubaustrecke Dresden – Prag, den teilweisen Neubau der Verbindung Augsburg – Ulm und den Ausbau der Marschbahn nach Sylt.

Sylt Shuttle

Die Marschbahn vom Festland nach Sylt soll bis 2039 ausgebaut sein

Grundlage waren Vorplanungen der Deutschen Bahn. Das Bundesverkehrsministerium hatte dem Parlament Berichte mit sogenannten Vorzugsvarianten vorgelegt. Der Verkehrsausschuss sprach darauf aufbauend Beschlussempfehlungen aus.

Mit der Entscheidung beginnt allerdings noch kein Bau. Zunächst folgen Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Außerdem ist die Finanzierung nicht gesichert. Das Bundesverkehrsministerium sieht laut der Nachrichtenagentur DPA in den kommenden Jahren erhebliche Lücken bei den Mitteln für den Ausbau der Schieneninfrastruktur.

Augsburg – Ulm soll schneller werden

Die bestehende Bahnverbindung zwischen Augsburg und Ulm ist rund 85 Kilometer lang und etwa 170 Jahre alt. Sie erfülle nicht mehr die Anforderungen einer modernen Hochgeschwindigkeitsstrecke, heißt es. Ein Ausbau gelte nicht als möglich; deshalb soll eine neue Strecke entstehen, weitgehend parallel zur Autobahn 8 zwischen München und Stuttgart. ICE-Züge sollen dort künftig bis zu 300 Stundenkilometern fahren können.

Die Fahrzeit zwischen Augsburg und Ulm würde von bislang mehr als 40 Minuten auf 26 Minuten sinken. Das Projekt soll Anforderungen des geplanten Deutschlandtakts erfüllen, mit mehr Verbindungen, besseren Anschlüssen und kürzeren Reisezeiten. Die Kosten werden auf mindestens knapp 8,2 Milliarden Euro geschätzt.

Tunnel durch das Erzgebirge geplant

Die Neubaustrecke von Dresden zur tschechischen Grenze gilt als Baustein für den Hochgeschwindigkeitskorridor Berlin – Prag – Wien. Kern des Projekts ist ein rund 30 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge. Die Reisezeit zwischen Dresden und Prag soll von zweieinhalb Stunden auf eine Stunde sinken. Zugleich soll die Strecke den Engpass im Elbtal entschärfen. Anwohner im oberen Elbtal würden vom Lärm entlastet, der Güterverkehr soll auf die neue Verbindung verlagert werden.

Die Gesamtkosten werden auf rund 5,6 Milliarden Euro geschätzt. Der Baubeginn ist laut InfraGO für Dezember 2032 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2044. Nach Zustimmung des Bundestags kann ein Staatsvertrag mit Tschechien unterzeichnet werden, sofern die Haushaltsmittel geklärt sind.

Nadelöhr Marschbahn nach Sylt

Auch die Marschbahn nach Sylt soll ausgebaut werden. Geplant ist, wie berichtet, ein zweigleisiger Ausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie zwischen Morsum und Tinnum. Auf dem Abschnitt Niebüll – Klanxbüll sollen Züge künftig 140 statt 100 Kilometer pro Stunde fahren können.

Die Strecke gilt als Nadelöhr und ist stark belastet. Die Kosten für den Ausbau werden auf rund 426 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist für Sommer 2032 geplant, die Inbetriebnahme für Herbst 2039.

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