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22. September 2022 | 13:14 Uhr
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Busunternehmen Hacker Touristik ist pleite

Hacker Touristik mit Sitz in Sinsheim hat Insolvenzantrag gestellt. Das zuständige Amtsgericht Heidelberg bestellte Rechtsanwalt Holger Blümle von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er will sich vor Ort einen Überblick über die wirtschaftliche Situation verschaffen.

Hacker Touristik

Hacker Touristik hat einen Insolvenzantrag gestellt

Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft nach eigener Aussage Sanierungsoptionen für das Unternehmen, das 1986 gegründet wurde und im Linien- und Schülerverkehr fährt, aber auch touristische Busreisen in Deutschland und dem europäischen Ausland im Programm hat. Während der Linien- und Schulverkehr weiterlaufen soll, werden alle geplanten Reisen für den Herbst und Winter abgesagt.

Durch die Stornierung der Reisen sollten Kunden "keine finanziellen Nachteile entstehen“, so Blümle. Bereits geleistete Anzahlungen für Reisen mit Hacker Touristik sollten über Reisesicherungsscheine abgesichert sein. Das Unternehmen werde sich mit allen, die eine Busreise bei Hacker Touristik gebucht hätten, in Verbindung setzen, um sie über den Prozess der Rückerstattung zu informieren. Die 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien bereits über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert worden, heißt es. Ihre Löhne und Gehälter seien bis Ende Oktober gesichert.

Pandemie und Kraftstoffpreise als Ursachen

Der Insolvenzantrag sei Folge der Corona-Beschränkungen aus den vergangenen Jahren, sagt Firmenchef Michael Hacker. Über Monate hinweg hatten Busreisen nicht oder nicht in dem erforderlichen Umfang stattfinden können. Das habe Busunternehmen wie Hacker Touristik finanziell stark belastet. Hinzu kämen die zuletzt stark gestiegenen Kosten für Kraftstoff, die nicht an die Kunden hätten weitergegeben werden können. Dadurch seien die Reisen mit den noch im vergangenen Jahr kalkulierten Reisepreisen für Hacker Touristik "wirtschaftlich derzeit nicht darstellbar".

"Keine andere Wahl"

"Wir werden im Rahmen der Restrukturierung versuchen, individuelle Sonderreisen und Tagesfahrten anzubieten und mit einem neuen Katalog im Frühjahr wieder auf unsere treuen Kunden zuzugehen", kündigt Hacker an. Individuell durch Gruppen gebuchte Fahrten werde das Unternehmen weiter anbieten und entsprechend der Buchungen durchführen. Inwieweit im kommenden Frühjahr neue Busreisen angeboten werden könnten, hänge allerdings vom Fortgang der Sanierungsbemühungen ab. Die Suche nach Investoren laufe.

Hacker Touristik wurde 1986 als Omnibus- und Mietwagenunternehmen Hacker im Sinsheimer Stadtteil Steinsfurt gegründet. Mit unternehmenseigenen, aber auch angemieteten Bussen fährt das Unternehmen im Linien- und Schülerverkehr, hat aber auch touristische Busreisen in Deutschland und dem europäischen Ausland im Programm. 2016 bezog Hacker Touristik ein neu errichtetes Betriebsgelände mit Büros, Hallen- und Abstellflächen im Industriegebiet Oberer Renngrund in Sinsheim-Reihen. 

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