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22. März 2019 | 14:30 Uhr
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Cook schließt UK-Reisebüros und investiert in Russland

Der Konzern macht im Königreich 21 Shops seiner Reisebürokette dicht und streicht insgesamt 320 Stellen. Zugleich gab Thomas Cook die Beteiligung an dem russischen Veranstalter Biblio Globus bekannt.

Thomas Cook Reisebüro Glasgow

Thomas Cook Reisebüro Glasgow: Für den stationären Vertrieb des Konzerns in Großbritannien wird die Luft dünn

Thomas Cook beschreibt die Schließung in einer Mitteilung als Effizienzsteigerungsmaßnahme und verweist auf ein verändertes Kundenverhalten, das zu dem starken und anhaltenden Anstieg der Online-Buchungen geführt habe. Demnach wurden in Großbritannien im vergangenen Jahr 64 Prozent aller Reisen online gebucht, was einer Steigerung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Mit der angekündigten Schließung von 21 Filialen betreibt der Konzern im Vereinigten Königreich noch 566 Reisebüros. Die betroffenen 102 Counter-Kräfte und 218 weiteren Mitarbeiter in den Filialen seien ebenso wie die Gewerkschaften informiert worden, heißt es.

Der neue Veranstalter-Chef Will Waggott, der das kriselnde britische Veranstaltergeschäft auf Kurs bringen soll, erklärt, die Entscheidung zur Schließung der Filialen spiegele die großen Herausforderungen im stationären Vertrieb angesichts des Trends zu Online-Buchungen. Thomas Cook wolle sich auf die Bereiche konzentrieren, in denen man sich gegenüber der Kundschaft am stärksten profilieren könne. Im harten touristischen Wettbewerb müsse man sich „rigoros“ auf die Reduzierung von Kosten konzentrieren.

Zukauf in Russland

Außerdem gab Thomas Cook eine geplante Beteiligung am russischen Reiseveranstalter Biblio Globus bekannt. Über ein Joint Venture mit Ionic Invest, einer Tochter der türkischen Destination Management Company Sarpedon Travel, solle eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 30 Prozent an dem russischen Veranstalter vorangetrieben werden, heißt es. Für den Kauf will das Joint Venture in diesem und im nächsten Jahr jeweils zehn Millionen US-Dollar bezahlen. Weitere Zahlungen sollen in Abhängigkeit vom Geschäftserfolg geleistet werden, erklärt Thomas Cook. Die maximale Gesamtzahlung für das Joint-Venture-Geschäft, einschließlich der anfänglichen Gegenleistung, betrage 150 Millionen US-Dollar.

Biblio Globus wurde vor 25 Jahren gegründet und hat rund nach Thomas-Cook-Angaben drei Millionen russische Kunden. Etwas mehr als die Hälfte der Gäste reise innerhalb Russlands, die übrigen verteilten sich auf ausländische Destinationen. "Davon wird bei der Übernahme auch das bestehende russische Veranstaltergeschäft von Thomas Cook profitieren und ab Sommer 2019 weiter wachsen können“" heißt es in einer Mitteilung.

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