Costa Kreuzfahrten schärft das Profil im Routing
Costa Kreuzfahrten stellt sich nach der Pandemie neu auf. Mit dem Abgang der Costa Fortuna im September schrumpft die Flotte auf acht Schiffe. Die Italiener machen aus der Not eine Tugend und setzen klare Akzente im Routing. "Wir sind Seeleute, das muss wieder mehr zum Tragen kommen", erklärt Chief Commercial Officer Francesco Muglia (Foto) von Costa Crociere.
Costa Crociere
Francesco Muglia ist Chief Commercial Officer bei Costa Crociere
2024 hatte Costa Kreuzfahrten erstmals das Konzept der "Sea & Land Destinations" vorgestellt. Dahinter verbirgt sich ein Routing, das nicht nur beliebte oder erlebnisreiche Häfen ansteuert, sondern auch besondere Punkte unterwegs auf dem Meer anläuft. Was meint das konkret? Auf der aktuellen Reise "Der Duft des Südens" der Costa Fascinosa stattet das Schiff dem Stromboli, einem der weltweit aktivsten Vulkane, einen Besuch ab.
Und das meint nicht, dass die Reisenden daran vorbeifahren, sondern dass gezielt jener Punkt vor dem Vulkan angesteuert wird, von dem man aus den besten Blick für den Sonnenuntergang und den Lava-Fluss des Stromboli hat – um dort anzuhalten. Ähnliches passiert am statistisch dunkelsten Punkt im westlichen Mittelmeer, wo das Schiff vollkommen abgedunkelt wird, um die Sterne besonders leuchten zu sehen, oder an den Wasserfällen der Seven Sisters in Norwegen. Die Costa-Schiffe halten und an Bord wird das Naturschauspiel besonders zelebriert, etwa mit Licht- und Musikeinlagen.
Stärkerer Fokus auf See-Erlebnisse
Dieses Konzept soll nach Willen der Costa-Manager für die kommenden Saisons noch weiter ausgebaut werden. Zudem fahren die Schiffe nicht nur die sogenannten Rennstrecken im Mittelmeer, sondern setzen eigene Akzente mit Reisen wie etwa den "Blue Islands", bei der ausschließlich, aber in aller Ruhe und Ausführlichkeit, griechische Inseln und die Ägäis besichtigt werden. In Maßen, könnte man sagen, versucht der Volumenanbieter Costa die Spontaneität und Exklusivität von Boutique-Schiffen für sich umzusetzen.
Funktioniert das für den deutschen Quellmarkt? "Wir sehen, dass es funktioniert, denn die Gästezahlen aus Deutschland wachsen zweistellig", ist sich Muglia sicher. Ohne konkret zu werden, denn als Teil des börsennotierten Carnival-Konzerns veröffentlicht Costa keine präzisen Zahlen.
Dass neue Routings angenommen werden, haben die Italiener beim Kanaren-Angebot gemerkt und schicken nun mit der Costa Smeralda erstmals ein Flaggschiff Richtung afrikanischer Küste, mitsamt Charterflügen ab sieben deutschen Flughäfen. Denn die Kanaren und Nordeuropa sind zumindest für deutsche Costa-Gäste mit die beliebtesten Ziele im Katalog. Diese Positionierung des Schiffes ist allerdings auch den gestrichenen Orient-Kreuzfahrten der Reederei geschuldet.
Anpassung an deutsche Gäste
"Wir können mit sehr großer statistischer Genauigkeit voraussagen, welche Reisen von wie vielen deutschen Kunden gebucht werden", erklärt Luigi Stefanelli, weltweiter Sales-Chef von Costa Crociere. Auf diesen Kreuzfahrten macht Costa es dem Gast leicht, das Menü und Programme werden angepasst, und große Teile der Crew sind deutschsprachig. Auch die Paketleistungen werden für Deutsche anders zusammengestellt als für andere Nationalitäten.
Neben dem neuen Routing-Konzept hilft die neue Kampagne "La Bella Vita" mit Giovanni Zarella als Testimonial, das Profil von Costa Crociere als italienische Kreuzfahrtmarke zu festigen. Er hat die Aufgabe, sowohl das italienische Lebensgefühl an Bord als auch die "Sea Destinations" dem deutschen Publikum schmackhaft zu machen.
Magdalena Laßmann