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27. Februar 2020 | 15:13 Uhr
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Der Ruf nach einer Absage der ITB wird lauter

Die Messe sollte die ITB für dieses Jahr abblasen, fordern "Handelsblatt" wie "Bild". Beide werfen der Messe vor, wirtschaftliche Interessen über Gesundheitsbedenken zu stellen. Der Krisenstab der Bundesregierung beschäftigt sich heute mit der ITB. Laut "Spiegel" will Innenminister Seehofer absagen, Gesundheitsminister Spahn nicht.

ITB Messe Eingang Nord Foto Messe Berlin.jpg

Besucher aus 180 Ländern treffen auf der ITB zusammen

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"Sagt die Tourismusmesse ITB ab! – Veranstalter sollten das Coronavirus ernst nehmen", titelt Christoph Schlautmann im "Handelsblatt". Er sieht in der ITB nach heutigem Stand einen "gefährlichen Feldversuch". Es sei blauäugig, zu glauben, man könne 170.000 Menschen aus 180 Ländern zusammenbringen, ohne dass einer das Coronavirus aus seiner Heimat einschleppe und unter den Besuchern verbreite.

"Doch was, wenn der aus China eingewanderte Krankheitserreger vor den Messetoren keinen Halt macht? Würden die Messehallen dann zum Quarantänezentrum? Vielleicht sogar ganze Stadtteile Berlins abgeriegelt? Und welche Botschaft ginge in solch einem Fall von der Touristikschau aus, die Urlaubern eigentlich Reiseziele in fernen Ländern schmackhaft machen will?" Schlautmann hat dafür nur Kopfschütteln übrig.

Der Kommentar von Michael Quandt in "Bild" ist noch heftiger: "Das Sicherheitskonzept der Messe Berlin verdient den Namen nicht", sagt er. "Es reicht nicht aus, Ausstellern, die in den vergangenen zwei Wochen in China, dem Iran, Italien oder Südkorea waren, den Zutritt zur Messe zu verwehren. Es reicht überhaupt nicht aus, sich dieses schriftlich bestätigen zu lassen... Und es reicht erst recht nicht aus, wenn 160 000 Besucher auf die Messe kommen – völlig unkontrolliert." Wenn die Messe Berlin Verantwortungsgefühl habe, dann müsse sie die ITB 2020 schweren Herzens abblasen. "Wenn die Messe sich nicht zu einer Absage durchringen kann, muss die Politik eingreifen. Sofort."

Spiegel: Seehofer für Absage, Spahn dagegen

Doch das dürfte frühestens am Freitag geschehen. Denn erst dann will sich der Krisenstab der Bundesregierung mit der ITB befassen und ein Empfehlung abgeben. In der Bundesregierung gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Laut "Spiegel" plädierte Bundesinnenminister Horst Seehofer mehrfach dafür, die ITB abzusagen. Gesundheitsminister Jens Spahn sei dazu bisher skeptisch gewesen und wolle Aktionismus vermeiden.

Eine eventuelle Absage der ITB am Freitag könnte vor allem für Besucher aus fernen Ländern zu spät kommen. Denn viele ITB-Aussteller und -Besucher sind dann schon nach Berlin unterwegs.

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