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11. September 2020 | 13:01 Uhr
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"Die ITB 2021 findet definitiv statt“

ITB-Chef David Ruetz (Foto) ist trotz aller Unwägbarkeiten wegen der Corona-Pandemie überzeugt, dass die Weltmesse für Tourismus in Berlin wieder live Aussteller und Besucher zusammenbringt. Auch ein Tag, an dem Endkunden die Messe besuchen, soll nicht fehlen. Besondere Bedeutung erhält im nächsten Jahr der ITB-Kongress.

Ruetz David

Live und vor Ort werde die ITB 2021 stattfinden, sagt Messechef David Ruetz

Die ITB 2021 werde anders als frühere Messen, aber sie werde mit Publikum in den Berliner Messehallen stattfinden, unterstreicht Ruetz im Gespräch mit Reise vor9. Die Elektronikmesse IFA, die Anfang September stattfand, habe gezeigt, dass sich Messen unter Einhaltung aller relevanten Regeln zur Verhinderung von Corona-Infektionen durchführen ließen. Eine kurzfristige Absage wie in diesem Jahr, als alle von der Wucht der Pandemie überrascht worden seien, werde es nicht geben.

Abstands- und Hygienekonzept steht

Abstands- und Hygieneregeln, die Gewährleistung der Nachverfolgbarkeit möglicher Covid-19-Fälle sowie schlüssige Konzepte für Gastronomie – die Messe Berlin sei bestens vorbereitet, auch wenn viele Details der Entwicklungen in den nächsten Monaten noch unklar seien. So werde genau erfasst, wie viele Menschen sich in einer Halle aufhielten, bis zu 1.000 dürfen es laut Ruetz unter Wahrung der Abstandsregeln sein. Ein Ampelsystem sorgt am Eingang der Hallen dafür, dass die Auslastung der Hallen im Bedarfsfall begrenzt wird. Maximal könnten bis zu 42.000 Menschen gleichzeitig auf das Messegelände, so der ITB-Chef.

Viele Unwägbarkeiten

Gleichwohl weiß der erfahrene Veranstaltungsmanager, dass viele Rahmenbedingungen für die geplante Veranstaltung noch völlig unklar sind. Das dürfte sich bis zum Ende der verlängerten Anmeldefrist Anfang Oktober und auch bis zum Auslaufen der ebenfalls verlängerten Frist für kostenlose Stornos Ende November auch nicht wirklich ändern. Wer aus welchen Ländern unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen im nächsten März überhaupt anreisen kann, ist völlig unklar.

Keine einfache Ausgangssituation für eine Veranstaltung, die gerade von ihrem weltweiten Zuspruch und der direkten Begegnung lebt. Aber immerhin: Rund ein Drittel der Aussteller, die für dieses Jahr angemeldet waren, habe bereits für 2021 gebucht, sagt Ruetz. Darunter auch solche, die aus fernen Ländern kämen. Sollten sich für deren Vertreter im März keine Anreisemöglichkeiten bieten, dann seien deren Repräsentanten aus Deutschland vor Ort präsent. Gespräche mit den Vertretern selbst würden dann beispielsweise als Videokonferenz geführt. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA seien sogar Menschen als Hologramm aufgetreten.

Mehr drängende Themen denn je für den Kongress

Wichtiger denn je werde angesichts der drängenden Fragen zur Zukunft der Touristik im nächsten Jahr der Wissensaustausch auf dem ITB-Kongress, sagt Ruetz. Dieser werde als hybride Veranstaltung sowohl virtuell als auch mit Publikum stattfinden. Um eine solche Veranstaltung zum Erfolg zu führen, sei ein neues Konzept mit geänderten Formaten notwendig, weiß der ITB-Chef. Einfach die gewohnten Vortragsformen und Podiumsdiskussionen ins Netz zu verlagern, genüge nicht.

„Viele Dinge werden wir komprimieren und in kürzeren Slots zusammenfassen müssen“, erläutert Ruetz. Denn die Aufmerksamkeitskurve sinke vor dem Bildschirm schneller als live. Geeignet seien vor allem knackige, kurze Sessions, beispielsweise zehnminütige Statements führender Vertreter der Industrie. Der Bedarf, zusammenzukommen, sich auszutauschen und Wissen über künftige Perspektiven und Strategien anzusammeln, sei im Zuge der Corona-Pandemie, die zu anderen existenziellen Themen wie dem Klimawandel hinzukomme, größer denn je, versichert der Messechef.

Testplattform "We love Travel"

Eine Art Testplattform für die ITB 2021 bietet die von der ITB und dem Berlin Travel Festival vom 16. Bis zum 18. Oktober in der Arena Berlin veranstaltete Reisemesse "We Love Travel". Sie soll als hybrides Pop-up-Event Fachbesucher und Endkunden anziehen.

Christian Schmicke

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