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27. September 2019 | 14:17 Uhr
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"Die Thomas-Cook-Pleite wäre vermeidbar gewesen"

Das sagt Iberostar-Chef Miguel Fluxá im Interview. Spanische Hoteliers und andere Unternehmen, die mit dem Konzern zusammenarbeiteten, seien bereit gewesen, Thomas Cook 100 Millionen britische Pfund zu stunden, doch die britische Regierung habe das Rettungsangebot abgeschmettert.

Fluxá Miguel
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Im Gespräch mit der spanischen Zeitung "Ultima Hora" erklärte Fluxá, der Niedergang von Thomas Cook sei durch eine Reihe von Fehlern, etwa bei Aufbau der eigenen Hotelgesellschaft, und durch hohe Kosten verursacht gewesen. CEO Peter Fankhauser habe die spanischen Unternehmer persönlich um ihre Zustimmung zum Erlass offener Rechnungen im Umfang von 100 Millionen britischen Pfund, etwa 110 Millionen Euro, gebeten.

Diese hätten dem am vergangenen Sonntag zugestimmt. Die Banken, darunter die Royal Bank of Scotland und die Midland Bank, hätten aber zusätzliche Sicherheiten im Umfang von 200 Millionen Pfund gefordert. Der britische Premierminister Boris Johnson habe es abgelehnt, die Initiative der balearischen Touristiker regierungsseitig zu unterstützen und damit den Untergang besiegelt, so Fluxá, für dessen Hotelkette der Konzern ein wichtiger Vertriebspartner war.    

Condor-Rettung hilft spanischer Tourismuswirtschaft

Ein Lichtblick ist aus der Sicht des spanischen Hoteliers, dass Condor weiterhin in der Luft gehalten werde – für Spanien ebenso wie für die Karibik, wo Iberostar ebenfalls sehr aktiv ist. Kurzfristig habe die Hotellerie ein gravierendes Problem – vor allem kleineren Hoteliers, die intensiv mit Thomas Cook zusammengearbeitet hätten, müsse geholfen werden. Doch wenn es gelinge, die Angebotsqualität aufrecht zu halten, würden die Kunden auch künftig kommen – wenn nicht mit Thomas Cook, dann eben mit einem anderen Anbieter.

Gerüchten zufolge soll Fluxá jüngst in Oberursel gesichtet worden sein. So erscheint es nicht undenkbar, dass der Inhaber der kapitalstarken Iberostar-Kette mit ihren rund 120 Anlagen auch bei einer möglichen Wiederbelebung des deutschen Veranstaltergeschäfts von Thomas Cook eine Rolle spielen könnte.

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