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24. März 2026 | 14:53 Uhr
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Diese Iran-Kriegsfolgen beschäftigen Reisebüros am meisten

Die Verunsicherung der Kunden in Bezug auf ihre Reisepläne ist groß. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Reise vor9 hervor. Neben Sicherheitsbedenken wächst bei Kunden und Reisebüros die Sorge über steigende Preise. Operativ machen Stornierungen und Umbuchungen dem Vertrieb zu schaffen.

USA Israel Iran

Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran hat für Reisebüros jetzt schon erhebliche Auswirkungen

In der Umfrage, an der knapp 300 Touristiker teilnahmen, erklärten mehr als 90 Prozent der Befragten, verunsicherte Kunden beschäftigten sie derzeit sehr stark oder eher stark. 80 Prozent berichten über Anfragen besorgter Kunden zu geplanten Reisen in die Türkei oder nach Ägypten. 84 Prozent blicken angesichts steigender Preise für Reisen in "sichere" Ziele, etwa im westlichen Mittelmeer oder im Atlantik, skeptisch auf den weiteren Saisonverlauf. Rund 80 Prozent beschäftigen zudem steigende Tarife bei Flügen auf Fernstrecken nach Asien, Australien, Neuseeland, zu den Malediven oder nach Mauritius, nachdem die großen Drehkreuze am Golf ganz oder teilweise ausfallen.

Man spüre die Sorge bei den Kunden gerade in Bezug auf die kürzlich erfolgte Drohung Irans, auch touristische Ziele anzugreifen, heißt es in einem Kommentar. Dies führe zu einer spürbaren Buchungszurückhaltung. "Kunden, für die wir Reisen ausgearbeitet haben, möchten teilweise gar nicht mehr verreisen, auch wenn der Konflikt ihre Pläne nicht direkt tangiert", schreibt ein anderer. "Wir verzeichnen einen starken Umsatz- und Anfrageeinbruch seit Beginn des Iran-Krieges", fasst ein weiterer Kommentar die Situation zusammen.

Negativspirale bei Sicherheit und Wirtschaft

Aus zahlreichen Kommentaren geht hervor, dass neben Sicherheitsaspekten auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Schließlich dürften sich der Anstieg der Treibstoffpreise und eine mögliche Verknappung der Lieferungen nicht nur auf Reisen, sondern auch auf die Preise anderer Güter niederschlagen, wenn sich in dem festgefahrenen Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran nicht bald eine Lösung abzeichnet. "Die ohnehin vorhandene Zurückhaltung bei Familien aufgrund der schon vorher hohen Preise wird weiter steigen", beschreibt ein Kommentator die Situation.

Operativ beschäftigen neben der Betreuung verunsicherter Kunden wenig überraschend Stornierungen und Umbuchungen bei gebuchten Reisen die Reisebüros. 56 Prozent sehen sich stark von Stornierungen und Umbuchungen für die Golfregion betroffen, fast 80 Prozent kämpfen damit bei Reisen über die Drehkreuze in Fernziele.

Weniger dramatisch scheint die Lage bei einem anderen Thema zu sein, das die Reisebüros und ihre Kunden im Zuge der Corona-Pandemie stark beschäftigte: Über Probleme mit Rückerstattungen bei abgesagten oder stornierten Reisen berichtet rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer.

Christian Schmicke

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