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29. August 2022 | 13:55 Uhr
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Diskussion um Maskenpflicht im Flieger kommt in Fahrt

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung, nach dem Passagiere an Bord von Flugzeugen, die in Deutschland starten oder landen, künftig FFP2-Masken tragen müssen, ruft die Lufthansa-Gruppe auf den Plan. Es handele sich um eine „nicht begründbare Sonderregelung“, die einen Wettbewerbsnachteil für den Konzern bewirke.

Flugzeug Passagierin mit Maske Foto iStock Sam Thomas

Bei Flügen von und nach Deutschland soll bald FFP2-Maskenpflicht gelten

Über die Maskenpflicht in Flugzeugen lassen sich aus der jüngsten Zeit viele Anekdoten erzählen. So erregten jüngst Fotos von maskenlosen Politikern und Journalisten auf einem Flug nach Kanada Aufsehen. Dabei war formal alles in Ordnung. Sämtliche Passagiere hatten vor dem Flug einen PCR-Test absolvieren müssen und der Flug war ausdrücklich von der Maskenpflicht ausgenommen. Dass die flugs auf den Plan gerufenen Protestierer eine Regel, nach der künftig alle Fluggäste einen negativen – und übrigens kostenpflichtigen – PCR-Test vorweisen müssten, gegenüber der aktuellen Regelung bevorzugen würden, darf getrost bezweifelt werden.

Dennoch ruderte Bundeskanzler Olaf Scholz am Wochenende zurück und führte die Maskenpflicht im Regierungsflieger wieder ein. Wohl weniger aus inhaltlicher Überzeugung als im Wissen um die Macht der Bilder, die suggerierten, da seien manche "gleicher" als andere.

Eurowings Europe handelt Maskenthema lax

Der Spiegel berichtet unterdessen, dass man es bei Flügen der Lufthansa-Tochter Europwings Europe, deren Flieger in Österreich registriert sind, auch auf Flügen von und nach Deutschland mit der Maskenpflicht oft nicht ganz ernst nehme. Der Carrier erklärte dazu, dass durch "Lockerungen der Maskenpflicht in vielen Nachbarländern Deutschlands" das Thema für die Crews „sehr unübersichtlich“ geworden sei. So sei insbesondere Eurowings Europe außerhalb Deutschlands unterwegs, und viele Crews seien an Auslandsbasen stationiert. Man weise Passagiere aber bei der Buchung sowie vor Abflug auf die Maskenpflicht hin.

 Am Montag holte nun Lufthansa im regelmäßig publizierten "Politikbrief" zum Protest gegen die Maskenpflicht aus. „Ob in der U-Bahn, im Bus, in Clubs oder Konzerthallen – der Bund verzichtet auf einheitliche Regeln zum Tragen von Masken. Nur in Flugzeugen und dem Fernverkehr der Bahn soll eine Sonderregelung greifen“, kritisiert der Konzern. Dabei gebe es dafür „keinerlei wissenschaftliche Begründung“. Im Gegenteil: Das Robert-Koch-Institut (RKI) sehe keine erhöhte Ansteckungsgefahr an Bord von Flugzeugen. Die EU-Flugsicherheits- und Gesundheitsbehörden EASA und ECDC verzichteten bereits seit Mai auf eine verbindliche Vorgabe zur Maskenpflicht – die allermeisten Staaten handelten entsprechend, so Lufthansa.

Maskenpflicht wird von Konkurrenten ignoriert

Nachbarländer, Großbritannien oder die USA verzichteten längst auf eine Maskenpflicht an Bord. Für deutsche Airlines resultiere daraus „ein massiver Wettbewerbsnachteil“. Denn Passagiere, die die Wahl hätten, über mehrere Stunden mit oder ohne Maske zu fliegen, entschieden sich meist für die komfortablere Variante. Zwar gelte die Maskenpflicht formal für alle Airlines, die von oder nach Deutschland fliegen. „Aber es ist kein Geheimnis, dass Fluggesellschaften aus Ländern, in denen keine Maskenpflicht herrscht, die Regelung kaum umsetzen“, macht Lufthansa deutlich.

Die deutsche Maskenpflicht habe "die Akzeptanz vieler Passagiere längst verloren" und führe zu Konflikten auf Kosten der Mitarbeiter. Das gelte erst recht für einen deutschen Alleingang zugunsten der FFP2-Maske. Die Bundesregierung solle "jetzt auf Eigenverantwortung und Freiwilligkeit setzen", fordert der Airline-Konzern. In Flugzeugen reinigten schließlich Hochleistungsfilter die Luft. Insofern sei "schwer verständlich, warum hier strengere Regeln als in anderen Lebensbereichen gelten sollen".

Christian Schmicke

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