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15. Januar 2021 | 17:49 Uhr
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DTV-Chef warnt vor Diskussion um Sommerferien

Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, mahnt im Zuge der Diskussion um Ferienverschiebungen zum Ausgleich von Lerndefiziten aufgrund des Ausfalls von Präsenzunterricht, den gewohnten Zeitkorridor von bis zu 90 Tagen für die Sommerferien nicht anzutasten. 

Meyer Reinhard

Reinhard Meyer warnt davor, die Sommerferien anzutasten

Wenn touristische Reisen wieder möglich seien, werde es besonders wichtig sein, dass nicht alle zum gleichen Zeitpunkt in den Urlaub starten, sagt Meyer. Gleich zum Schulbeginn gebe es wieder Stimmen aus der Politik, Ferien zu verschieben oder sogar die Sommerferien zu verkürzen, um Unterrichtsausfälle zu kompensieren. Für den Deutschland-Touristiker wäre das ein Schreckensszenario. Der Lockdown verlange "Familien, Lehrern und gerade auch der Tourismusbranche viel ab", so Meyer. "Statt jeden Tag wieder eine politische Einzelmeinung zu hören, brauchen wir Verlässlichkeit bei den Ferienzeiten", fordert er.

Verkürzte Ferien würden das Gegenteil des dringenden Bedürfnisses nach Aus- und Erholungszeiten bedeuten. Auch brauche die gebeutelte Tourismusbranche "Verlässlichkeit, Planbarkeit und Perspektiven von der Politik, statt ständig undurchdachte Vorschläge". Der Ferienkorridor von bis zu 90 Tagen im Sommer habe sich bewährt. Das gelte "umso mehr in Corona-Zeiten".

Neue Dynamik in einer alten Diskussion

Debatten um Zeitpunkt und Dauer von Sommerferien waren auch vor Corona keine Seltenheit. So fühlten sich Bundesländer mit besonders frühen Ferienterminen häufig benachteiligt gegenüber Ländern wie Baden-Württemberg und Bayern, die Jahr für Jahr auf einen späten Ferienstart beharren. Die Touristik forderte dabei stets, den Zeitkorridor für die Ferien möglichst groß zu halten, um die Nachfrage besser regulieren zu können und die Sommersaison möglichst auszudehnen.

Durch die Diskussion um Schulschließungen und Home-Schooling zur der Eindämmung der Corona-Pandemie erhält die Diskussion neue Dynamik. Kürzere Sommerferien würden für die Touristik zwangsläufig eine stärker Konzentration der Nachfrage auf einen geringeren Zeitraum mit sich bringen. Auf die erhofften Einnahmen aus dem Sommergeschäft ist die Branche im In- und Ausland dringend angewiesen.

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