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24. Juli 2026 | 13:29 Uhr
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Easyjet fliegt durch Turbulenzen

Easyjet steckt im Übernahmekampf und meldet zugleich einen Gewinneinbruch. Im Quartal bis Ende Juni sank der bereinigte Vorsteuergewinn wegen hoher Kerosinkosten um 70 Prozent auf knapp 100 Millionen Euro. Der Vorstand unterstützt eine 6,7 Milliarden Euroschwere Offerte des Investors Apollo. Parallel besetzt die Airline zwei zentrale Führungsposten neu.

Easyjet

Gewinneinbruch, Übernahmepoker, Vorstandsumbildung: langweilig ist es bei Easyjet derzeit nicht

Der Umsatz des Low-Cost-Carriers stieg zwischen April und Juni um zwei Prozent auf umgerechnet 3,5 Milliarden Euro. Beim Ergebnis machten sich die hohen Treibstoffkosten bemerkbar. Zudem bleibt die Nachfrage kurzfristig geprägt. Zwar seien Last-Minute-Buchungen stark und frühere Buchungen zögen an, doch Easyjet müsse Kunden weiterhin mit Preisnachlässen zum Kauf bewegen, heißt es.

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr legt sich die Airline deshalb nicht auf ein Ergebnis fest. Entscheidend seien die noch ausstehenden Buchungen und die weiterhin schwankenden Kerosinpreise. Für das Sommerquartal von Juli bis September lägen die Ticketpreise bislang auf Vorjahresniveau, teilt Easyjet mit.

Apollo muss bis Anfang August liefern

Unterdessen ringen die US-Investoren Apollo und Castlelake weiter um die Übernahme der Airline. Castlelake war erst nach mehreren Anläufen auf Zustimmung gestoßen. Anschließend legte Apollo mit einem höheren Angebot nach und fand beim Vorstand größeren Zuspruch.

Apollo bietet 6,7 Milliarden Euro und damit 234 Millionen Euro mehr als Castlelake. Der Easyjet-Vorstand will den Aktionären die Apollo-Offerte empfehlen. Nach britischem Übernahmerecht muss der Investor bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorlegen. Easyjet betont, dass dessen Abgabe nicht garantiert sei.

Für zusätzliche Unruhe sorgte ein Bericht über eine Überprüfung der europäischen Beteiligungsregeln. EU-Vorgaben verlangen, dass Fluggesellschaften zu mindestens 51 Prozent in europäischem Besitz stehen und von Europa aus kontrolliert werden, um zwischen EU-Zielen fliegen zu dürfen. Der Bericht löste einen Kursrückgang der Easyjet-Aktie um zwölf Prozent aus.

Airline sieht keine Gefahr durch EU-Prüfung

Easyjet-Chef Kenton Jarvis wies nach Informationen des britischen Portals Travel Weekly einen direkten Zusammenhang mit den Übernahmeofferten zurück. Die Überprüfung laufe bereits seit 2025 und umfasse zahlreiche Themen, nicht nur Eigentum und Kontrolle. Ein erster Vorschlag werde frühestens Anfang 2027 erwartet, anschließend folge ein längerer Abstimmungsprozess. Für die Gebote von Apollo und Castlelake habe sich daher nichts geändert.

Parallel baut Easyjet den Vorstand um. Operativchef David Morgan gibt seine Führungsposition ab und kehrt als Pilot ins Cockpit zurück. Seine Nachfolge übernimmt die bisherige Kommerzchefin Sophie Dekkers, die seit fast 20 Jahren für die Airline arbeitet. Sie soll Produktivität, Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit weiter verbessern.

Neuer Chief Commercial Officer wird zum 1. September Daniel Skjeldam. Der frühere Manager von Norwegian Air Shuttle soll unter anderem das neue Kundenbindungsprogramm begleiten und zusätzliche Erlöse im Premium- und Geschäftsreisegeschäft erschließen.

Christian Schmicke

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