Tägliche News für die Travel Industry

16. Juli 2026 | 14:38 Uhr
Teilen
Mailen

Europäischer Reisemarkt wächst trotz Krisen weiter

Europas Reiseverkehr ist von Mai 2025 bis April 2026 weiter gewachsen. Laut einer Erhebung des IT-Dienstleisters Amadeus stieg das Passagieraufkommen um 2,3 Prozent, die Hotelauslastung um zwei Prozent und der durchschnittliche Zimmerpreis um sieben Prozent. Japan entwickelte sich mit zwölf Prozent mehr Buchungen zum stärksten wachsenden Quellmarkt.

Kreuzfahrt Island Eisfjord

Island hat unter den europäischen Reisezielen in den vergangenen zwölf Monaten prozentual am stärksten zugelegt

Die Organisation UN Tourism zählte nach der Erhebung im ersten Quartal 2026 vier Prozent mehr internationale Gäste in Europa. Damit setzte sich das Wachstum des Vorjahres fort, als die Ankünfte um fünf Prozent gestiegen waren. Die Nahostkrise bremste den weltweiten Tourismus bekanntlich im März. Während die internationalen Ankünfte im Januar und Februar zusammen um 2,5 Prozent stiegen, lag das März-Plus nur noch bei 0,4 Prozent. Einige europäische Ziele profitierten indes laut dem Bericht von umgeleiteten Reiseströmen.

Mittel- und Osteuropa verzeichneten Anfang 2026 mit sechs Prozent den stärksten Zuwachs. Nord- sowie Süd- und Mittelmeereuropa legten jeweils um vier Prozent zu. Nach Westeuropa reisten zwei Prozent mehr internationale Gäste.

Japan gewinnt als Quellmarkt an Bedeutung

Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage aus Japan. Die Flugsuchen nach Europa stiegen um 62 Prozent, die Buchungen um zwölf Prozent. Der Trend zeigte sich in allen europäischen Teilregionen. Die Buchungen japanischer Gäste nach Mittel- und Osteuropa erhöhten sich um 28 Prozent. Für Süd- und Mittelmeereuropa betrug das Plus 14 Prozent, für Westeuropa zehn und für Nordeuropa acht Prozent. Die zugrunde liegenden Buchungsdaten umfassen Reisebüro- und Onlinebuchungen über globale Vertriebssysteme. Direktbuchungen bei Fluggesellschaften sind nicht enthalten.

Unter den gebuchten Reisezielen wuchsen Tschechien mit neun Prozent und Island mit sieben Prozent am stärksten. Der Bericht deutet dies als steigendes Interesse an Kultur- und Naturreisen abseits der klassischen europäischen Tourismuszentren.

Gute Zahlen für die Hotellerie

Reisende im Alter von 46 bis 65 Jahren stellen mit rund 30 Prozent die größte einzelne Altersgruppe. Der durchschnittliche Zimmerpreis in der Hotellerie lag in Europa über zwölf Monate bei etwa 215 Dollar. Im Juni 2025 erreichte er 249 Dollar. Die europaweite Hotelauslastung lag von Mai bis Oktober 2025 durchgehend bei mindestens 73 Prozent. Im September erreichte sie nach Auskunft des Reports knapp 80 Prozent.

Fast die Hälfte der erfassten Buchungen erfolgte laut der Erhebung mehr als einen Monat vor Reisebeginn. Auch die Vorausbuchungen für den kommenden Herbst liegen leicht über dem Vorjahr. Anfang Mai waren für September 2026 bereits 25 Prozent der verfügbaren Hotelkapazitäten gebucht. Ein Jahr zuvor hatte der entsprechende Wert bei 22 Prozent gelegen.