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10. März 2021 | 15:06 Uhr
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Flexpreise sind gekommen, um zu bleiben

Davon gehen jedenfalls die Chefs von TUI Deutschland und DER Touristik Central Europe, Marek Andryszak und Ingo Burmester, aus. Guido Wiegand, Vertriebschef beim Studienreisespezialisten Studiosus, sieht darin für sein Unternehmen hingegen keine Dauerlösung.

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Buchen und trotzdem flexibel blieben – das werden Veranstalter wohl auch langfristig ermöglichen

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Ursprünglich eingesetzt, um Kunden trotz der Unsicherheiten im Zuge der Corona-Pandemie einen Anreiz zum Buchen zu geben, werden sich Flex-Tarife, die Kunden gegen Aufpreis großzügigere Stornierungs- und Umbuchungskonditionen gewähren, auch nach der Krise halten. Davon zeigten sich Andryszak und Burmester bei einer Diskussion auf der virtuellen ITB Berlin Now überzeugt.

"Flexibilität wird für die Kunden auch längerfristig ein Buchungskriterium sein", unterstrich Burmester. Deshalb werde man die zubuchbaren Flexpakete, die es ab 79 Euro gibt, auch künftig anbieten. Konkurrent TUI hatte schon bei der Einführung seines Tarifs klargestellt, dass es sich um ein dauerhaftes Angebot handeln solle.

Kein Renditebringer

Obwohl die Gebühr für die Flex-Option von DER Touristik, anders als von TUI, im Falle einer Stornierung, die dann bis 14 Tage vor der Abreise kostenlos möglich ist, nicht zurückgezahlt wird, beharrt Burmester darauf, dass der Konzern damit praktisch nichts verdiene. Schließlich entstünden dem Veranstalter bei kurzfristigen Stornierungen meist Kosten bei den Leistungsträgern. Daher bewege sich der Aufpreis „am unteren Ende der Wirtschaftlichkeit“.

Grundsätzlich hält auch Studiosus-Mann Wiegand die Flex-Tarife für eine „clevere Idee“. Sein Unternehmen verzichtet in diesem Jahr auf die Anzahlung und ermöglicht Stornierungen und Umbuchungen bis vier Wochen vor der Abreise kostenlos. Das sei wichtig, um Kunden die Sorge vor Unwägbarkeiten zu nehmen, betont er.

Für Gruppenreisen gefährlich

Dauerhaft sei dieser Ansatz bei Gruppenreisen aber kein guter Weg, glaubt Wiegand. So hänge etwa die Wirtschaftlichkeit vieler Reisen vom Erreichen einer Mindestteilnehmerzahl ab. Wenn dann noch ziemlich kurzfristig Stornos kostenlos durchgeführt werden müssten, könne das die Kalkulation über den Haufen werfen. Nach der Corona-Krise könne man auch ohne das Instrument auskommen, ist der Manager zuversichtlich: „Die Dringlichkeit der Flexibilität reduziert sich dann.“ Schließlich buche die Kundschaft nicht, um zu stornieren, sondern um zu reisen.

Auch beim Kreuzfahrtanbieter NCL können Kunden gebuchte Reisen bis Ende Oktober maximal 15 Tage vor der Abreise noch kostenlos stornieren. Für die ganz nahe Zukunft sind Stornos ohnehin kein Thema, denn mindestens bis Ende Mai läuft kein Schiff der Reederei mit Passagieren an Bord aus. Für Umbuchungen habe es bei NCL auch vor Corona schon großzügige Regeln gegeben, sagt Europa-Chef Kevin Bubolz. 50 Euro koste eine Umbuchung, und auch dieser Betrag entfalle, wenn die Kreuzfahrt, auf die umgebucht werde, teurer sei.

Christian Schmicke

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