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10. August 2020 | 15:20 Uhr
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Holidaycheck verbrennt im ersten Halbjahr 69 Millionen Euro

Der Online-Reisemittler setzte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres nur 800.000 Euro um und schlittert tief in die Verlustzone. Für Entlastung soll der Verkauf zweier niederländischer Tochterunternehmen sorgen, der 14 Millionen Euro in die Kassen von Holidaycheck spült.

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Schon im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen ein negatives Nettoergebnis von 4,6 Millionen Euro verbucht. Dieses Jahr sollte es eigentlich wieder bergauf gehen, doch die Corona-Pandemie machte der Online-Plattform, die mit Hotelbewertungen groß geworden ist, einen Strich durch die Rechnung.

Daran konnten naheliegenderweise auch von 37,5 Millionen Euro auf 8,5 Millionen Euro reduzierte Ausgaben für das Marketing sowie um 1,5 Millionen auf 19,5 Millionen Euro gesenkte Personalkosten nichts ändern. Das Ergebnis vor Ertragssteuern lag mit 69 Millionen Euro im Minus.

Pauschalreisegeschäft am Boden

Der Ausblick ist nicht viel besser. Zwar zeichne sich "vor allem bei Hotelbuchungen mit eigener Anreise eine Erholung der Nachfrage ab", teilt das Unternehmen mit. Das Interesse an Pauschalreisen, der bedeutendsten Erlösquelle, nehme jedoch "nur sehr langsam zu“. Der Vorstand gehe davon aus, "dass die Nachfrage nach Urlaubsreisen und dabei insbesondere nach Pauschalreisen auch im weiteren Jahresverlauf insgesamt verhalten bleiben wird“, heißt es weiter. Darüber hinaus sei mit "Buchungsschwankungen in Abhängigkeit von regionalen Covid-19-Ausbrüchen in den Zielgebieten zu rechnen". Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten werde zudem die Neigung der Kunden zur kurzfristigen Buchung weiterhin fortbestehen, prognostiziert Holidaycheck. Eine deutlichere Belebung der Nachfrage sei erst zu erwarten, wenn ein Impfstoff gefunden sei.

Sparkurs und Verkauf von Töchtern

Um die Durststrecke ohne Pleite zu überstehen, verordnet sich Holidaycheck einen strikten Sparkurs. Bereits vergangene Woche hatte das Unternehmen angekündigt, dass jede fünfte Stelle abgebaut werde. Zudem wird die niederländische Tochtergesellschaft Meteo Vista, die Wetterportale im Benelux-Raum betreibt, an die niederländische Firma Infoplaza abgegeben. Die Schwestergesellschaft Zoover, Betreiberin von Hotelbewertungsportalen, wurde bereits im Juli an die niederländische Buchungsplattform Vakanties verkauft. Beide Deals zusammen sollen rund 14 Millionen Euro bringen.

Die Online-Plattform will mit Hilfe "umfangreicher Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung der Unternehmenskosten und Schonung der vorhandenen Liquidität" über die Runden kommen. Zudem hofft das Management auf Pleiten bei der Konkurrenz. Man erwarte eine "anhaltende Marktbereinigung des Wettbewerbsumfelds, vor allem unter stationären Reisebüros“, heißt es in einer Mitteilung. Dies werde "den verbleibenden Marktteilnehmern mittel- bis langfristig zugutekommen".

Christian Schmicke

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