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18. März 2026 | 07:00 Uhr
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Hurtigruten schärft Markenprofil und setzt auf Reisebüros

Hurtigruten sieht sich nach der Trennung von HX operativ und vertrieblich klarer aufgestellt, sagt Marius Griego (Foto), Sales- & Marketing-Chef DACH. Deutschland bleibt mit rund 40 Prozent Umsatzanteil im klassischen Postschiffgeschäft der wichtigste Quellmarkt. Der Vertrieb über Reisebüros wächst, der B2B-Anteil bei Buchungen liegt bei gut 60 Prozent.

Griego Marius Foto Hurtigruten

Marius Griego ist seit Mitte 2024 Vice President Sales & Marketing DACH von Hurtigruten

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Hurtigruten HX

Mit HX Expeditions die faszinierende Arktis erkunden

Seit 130 Jahren bietet HX Expeditions eiskalte Abenteuer in den arktischen Gewässern rund um Norwegen, Spitzbergen, Island und Grönland. Ob Inselumrundung oder Nordlicht-Versprechen, die Auswahl kann kann gezielt individuell getroffen werden. Das diesjährige Jubiläum möchte HX ganz besonders feiern. Counter vor9

Rund ein Jahr nach der Abspaltung von HX sehe Hurtigruten die organisatorische Trennung als abgeschlossen, sagt Marius Griego im Gespräch mit Counter vor9. Systeme und Strukturen seien getrennt, das Unternehmen setze auf Kontinuität. Griego bewertet den Schritt positiv. Die Unterschiede zwischen beiden Geschäftsmodellen seien ohnehin groß gewesen. Hurtigruten konzentriere sich auf die norwegische Küste, während HX weltweit unterwegs sei.

Die Trennung sei vor allem in der Kommunikation anspruchsvoll gewesen. "Es war und ist nach wie vor nötig, die damit verbundenen Änderungen und Chancen klar zu vermittel", sagt Griego mit Blick auf Kunden und Vertriebspartner. Noch immer sei das Thema erklärungsbedürftig. Gleichzeitig eröffne die klare Abgrenzung neue Möglichkeiten. Hurtigruten könne Alleinstellungsmerkmale gezielter herausstellen und das eigene Profil schärfen.

Fokus auf Reisebüros und Wachstum im B2B

Im Vertrieb setzt die Reederei weiterhin stark auf Reisebüros. Sie bleiben nach Angaben des Unternehmens der wichtigste Verkaufskanal. Der B2B-Anteil liege derzeit bei mehr als 60 Prozent. Das Unternehmen habe den Fokus auf Counter-Profis in den vergangenen eineinhalb Jahren verstärkt. Schulungen, Marketingaktionen und eine engere Zusammenarbeit mit Partnern sollen den Verkauf unterstützen. "Der Weg ist ganz bewusst eingeschlagen worden", sagt Griego über den stärkeren B2B-Kurs.

Nach Unternehmensangaben zeigt die Strategie Wirkung. Besonders bei Kooperationen und Ketten verzeichne Hurtigruten aktuell Wachstum. Der stationäre Vertrieb entwickele sich damit zum wichtigsten Wachstumstreiber.

Neue Routen ergänzen das Angebot

Im Produkt bleibt die klassische Postschiffroute das Kernangebot. Gleichzeitig baut Hurtigruten touristisch geprägte Reisen aus. Diese sogenannten Signature-Reisen setzen stärker auf längere Aufenthalte in den Häfen und intensivere Naturerlebnisse. Im Unterschied zur klassischen Route, bei der viele Stopps nur kurz sind, stehen hier teils mehrstündige oder längere Aufenthalte auf dem Programm.

Damit reagiert Hurtigruten auf veränderte Kundenwünsche. Gefragt seien zunehmend authentische Reiseerlebnisse und mehr Zeit vor Ort, so Griego. Für Reisebüros eröffneten sich damit zusätzliche Verkaufsargumente, insbesondere für die Wiederholer unter den Kunden.

Deutschland bleibt Kernmarkt

Für Hurtigruten ist der deutschsprachige Markt zentral. Im klassischen Postschiffgeschäft liegt der Umsatz- beziehungsweise Passagieranteil aus den deutschsprachigen Märkten laut Griego bei rund 35 bis 40 Prozent. Damit sei der Markt der wichtigste. Noch stärker ist der Anteil der DACH-Region als Quellmarkt auf der Hamburg-Route. Die Finnmarken, die ab und bis Hamburg fährt, wird ausschließlich im deutschsprachigen Markt vermarktet.

Das erklärt auch, warum Hurtigruten die Kapazitäten ab Deutschland ausbaut. Ab September erhält die Hamburg-Route im Winterhalbjahr ein zweites Schiff. Dann startet die Finnmarken weiterhin alle 14 Tage freitags ab Hamburg, die Midnatsol im Wechsel samstags. Damit bietet die Reederei wöchentliche Abfahrten ab Hamburg.

Griego sieht Wachstumspotenzial

Neben dem Ausbau ab Hamburg setzt Hurtigruten auf neue Produkte. Ab September 2027 kommt eine siebentägige Südnorwegen-Reise ab und bis Bergen ins Programm. Im Winter 2027/28 folgt eine neue Route ab und bis Tromsø, die ausschließlich in der Polarregion unterwegs ist.

Hurtigruten wolle für Natur, Nähe zur Küste und echte Reiseerlebnisse stehen, so Griego. Genau darin sieht das Unternehmen auch weiteres Wachstumspotenzial. Unter 57,1 Millionen Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer in Deutschland 2025 entfielen laut DRV-Reisemarkt 2025 nur 3,3 Millionen auf Hochseekreuzfahrten. Für den Hurtigruten-Manager ist das ein Hinweis, dass der Cruise-Markt noch Luft nach oben hat.

Sabine Schreiber-Berger

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