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11. November 2020 | 18:26 Uhr
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Initiative großer Reisebüros drängt zu schnellem Handeln

Das von LCC-Chef Markus Orth (Foto) angestoßene Bündnis von Reisebüros mit bis zu 240 Mitarbeitern und Umsätzen zwischen 12 und 150 Millionen Euro appelliert an Reisebürounternehmer, die Daten aus seiner Erhebung zu nutzen und sich direkt an Abgeordnete in ihrer Region zu wenden.

Markus Orth Lufthansa City Center Geschäftsführer

Markus Orth

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"Setzen Sie bitte ein persönliches Schreiben bis zum 16. November an Ihren Bundestagsabgeordneten, Ministerpräsidenten und an die Vertreter der Bundesregierung auf“, appelliert die "Initiative zur Rettung großer Reisebüros" an potenzielle Mitstreiter. Das Bündnis hatte vergangene Woche Zahlen offengelegt und als Datenbasis für ein Whitepaper analysieren lassen, um Vertreter der Politik davon zu überzeugen, dass die derzeitigen Überbrückungshilfen nur geeignet sind, um kleinen Büros durch die corona-bedingte Durststrecke zu helfen.

Forderungen Nachdruck verleihen 

Im Durchschnitt hätten die Branchen-Schwergewichte trotz der Fördermittel eine monatliche Unterdeckung von 96.000 Euro, weniger als 30 Prozent der Fixkosten seien durch die Hilfen abgedeckt, ergab die Analyse des Buchhaltungsdienstleisters TA. Bei den größten Unternehmen mit bis zu 240 Mitarbeitern liege dieser Wert sogar unter zehn Prozent. Deshalb müsse die Kappungsgrenze von derzeit 50.000 Euro Fördermitteln pro Monat wegfallen. Außerdem solle die Berechnungsgrundlage von Margen und Provisionen für die im nächsten Jahr geplante Überbrückungshilfe III auf Basis der Umsätze von 2019 erfolgen.

Bei der Berechnung der Personalkosten müssten zudem mindestens 50 Prozent der effektiven Personalkosten nach Erhalt des Kurzarbeitergeldes angerechnet werden, fordern die Großen im Reisevertrieb weiter. Darüber hinaus solle ein Steuerfreibetrag für 2019 gewährt werden, der die geschätzten Verluste der Jahre 2020 und 2021 abbilde und in den nächsten drei bis fünf Jahren von den Unternehmen nachgezahlt werde.

Unterstützung durch Initiative "Brain"

LCC-Chef Orth unterstreicht im Gespräch mit Reise vor9, dass es für die Reisebürounternehmer jetzt darum gehe, mit Hilfe der validen Zahlen schnell an "ihre" Abgeordneten heranzutreten und der anonymen Statistik damit ein Gesicht zu geben. Die Zeit dränge, denn mit einer Entscheidung über die Details der erneuten Verlängerung der Überbrückungshilfen sei bald zu rechnen.

Schützenhilfe erhält die "Ü50“-Initiative unterdessen von der im Frühjahr gegründeten Reisebüroinitiative "Brain". Deren Urheber Aaron Stiefvater ließ am Mittwochabend per Pressemitteilung wissen, dass man sich mit den „Ü50“-Anliegen solidarisiere. "Brain vertritt viele Vertreter der Schwergewichte, weshalb es uns ein hohes Anliegen ist, dass zahlreiche Existenzen, Arbeitsplätze und Lebenswerke nachhaltig gesichert werden können. Die Branche hat jahrelang von genau diesen innovativen und investitionsfreudigen Unternehmen profitiert, die der Gesamtheit auch wieder bei einem intensiven Neustart helfen werden", so Stiefvater.

Christian Schmicke

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