Jetzero will mit neuem Flugzeugtyp Verbrauch halbieren
Das US-Start-up Jetzero entwickelt mit dem Z4 ein Passagierflugzeug, das 30 bis 50 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen soll als vergleichbare heutige Modelle. Geplant sind 250 Sitze und eine Reichweite von gut 9.000 Kilometern. United Airlines, Japan Airlines und Gulf Air unterstützen das Projekt. Der kommerzielle Einsatz Anfang der 2030er-Jahre beginnen.
Jetzero
30 bis 50 Prozent weniger Kerosinverbrauch verspricht ein neuer Flugzeugtyp des Start-ups Netzero
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Jetzero setzt beim Z4 auf ein sogenanntes Blended-Wing-Body-Konzept. Dabei gehen Rumpf und Tragflächen weitgehend ineinander über und bilden gemeinsam Auftrieb. Nach Angaben des Herstellers soll die Konstruktion den Luftwiderstand senken und so den Treibstoffverbrauch deutlich reduzieren. Japan Airlines nennt als Ziel eine Einsparung von 30 bis 50 Prozent.
Das Flugzeug soll zunächst mit konventionellen Triebwerken fliegen und auch nachhaltigen Flugkraftstoff SAF nutzen können. Mit 250 Sitzen und gut 9.000 Kilometern Reichweite zielt Jetzero auf das Marktsegment zwischen größeren Schmalrumpfjets und kleineren Großraumflugzeugen. Damit wären zahlreiche Transatlantik- und Asienverbindungen möglich.
United stellt bis zu 200 Flugzeuge in Aussicht
United Airlines Ventures hat in Jetzero investiert und einen bedingten Kaufvertrag über bis zu 100 Z4 geschlossen. Hinzu kommen Optionen für weitere 100 Maschinen. Voraussetzung sei, dass technische und operative Meilensteine erreicht werden, heißt es.
Gulf Air hat eine Absichtserklärung über eine nicht genannte Zahl von Flugzeugen unterzeichnet und sich bevorzugte Lieferpositionen gesichert. Japan Airlines hat weder eine Bestellung noch eine Investition angekündigt, beteiligt sich aber nach eigenen Angaben mit Know-how zu Betrieb, Wartung und Design.
Auch Alaska Airlines ist über eine Beteiligungsgesellschaft investiert und hält Optionen auf künftige Flugzeuge. Delta bringt nach eigenem Bekunden operative und technische Erfahrung ein.
Demonstrator soll 2027 fliegen
Jetzero wurde 2020 in Kalifornien gegründet und hat bereits mehrere Versuchsträger erprobt. Der Demonstrator Jet1 in Originalgröße entsteht gemeinsam mit Scaled Composites, einer Tochter von dem US-amerikanischen Luftfahrt-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern Northrop Grumman, und soll Ende 2027 erstmals fliegen.
Das Start-up will noch 2026 die Musterzulassung beantragen und vor Ende 2030 mit der kommerziellen Produktion beginnen. Der Eintritt in den Linienbetrieb ist für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen. Bis dahin muss das Konzept seine Effizienzversprechen in Flugtests und Zertifizierung erst noch bestätigen.
Christian Schmicke