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13. April 2026 | 16:11 Uhr
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Keine Lösung im Lufthansa-Tarifkonflikt in Sicht

Der erneute Pilotenstreik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings hat zum Wochenstart Hunderte Flugausfälle ausgelöst. Allein am ersten Tag wurden nach Angaben der Vereinigung Cockpit rund 700 Flüge gestrichen. Lufthansa steuert mit einem Sonderflugplan gegen, während die Gewerkschaft weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Lufthansa Streik Flugausfälle

Bei Lufthansa fielen am Montag nach Angaben der Vereinigung Cockpit rund 700 Flüge aus

Der Ausstand bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline begann am Montag kurz nach Mitternacht und soll bis Dienstag kurz vor Mitternacht dauern. Bei Eurowings waren am Montag die Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen, nicht die der europäischen Schwester Eurowings Europe. Lufthansa reagiert mit einem Sonderflugplan und versucht, Ausfälle durch andere Airlines der Gruppe und Partner zu begrenzen.

Nach Konzernangaben sollte auf Basis des Ersatzflugplans rund jeder dritte Kurzstreckenflug und jeder zweite Langstreckenflug der Lufthansa stattfinden. Auf Konzernebene könnten mit Airlines wie Swiss, Austrian oder Brussels drei von vier Flügen durchgeführt werden, hieß es.

Streit über Altersvorsorge und Verhandlungsstil

Die Vereinigung Cockpit begründet den Streik mit dem Konflikt um die betriebliche Altersvorsorge. Lufthansa habe aus Sicht der Gewerkschaft bislang kein tragfähiges Angebot vorgelegt, so die Pilotengewerkschaft. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden solle, sei nicht verhandlungsfähig. Zugleich betont die Gewerkschaft ihre Gesprächsbereitschaft. Man sei jederzeit zu Verhandlungen bereit.

Lufthansa weist die Forderungen zurück. Der Konzern bezeichnete die Kernforderung nach einer deutlichen Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge als "absurd und unerfüllbar". Personalvorstand Michael Niggemann sagte, jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft. Die Kerngesellschaft Lufthansa Classic sei auf vielen Strecken schon heute nicht mehr wettbewerbsfähig.

An der strategischen Ausrichtung will Lufthansa trotz des Ausstands festhalten. Niggemann machte deutlich, dass Flugzeuge dort eingesetzt würden, wo sie profitabel fliegen. Deshalb sollen Gesellschaften außerhalb der Kernmarke wie Lufthansa City Airlines weiter wachsen.

Weitere Proteste angekündigt

Der Arbeitskampf ist Teil einer längeren Konfliktserie im Konzern. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein Streik des Kabinenpersonals zahlreiche Flüge ausfallen lassen. Für Mittwoch ruft die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zu einem Demonstrationszug am Frankfurter Flughafen auf, an dem sich nach Wunsch der Vereinigung Cockpit auch deren Mitglieder beteiligen sollen. Für den Tag hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz zur großen Feier des 100-jährigen Lufthansa-Jubiläums angekündigt.

Christian Schmicke

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