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18. Oktober 2023 | 15:04 Uhr
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Konkurrenten buhlen um Travelista-Reiseverkäufer

Die Abwicklung des mobilen Vertriebssystems Travelista, das LCC und die Rita AG gemeinsam betrieben haben, bringt Bewegung in die mobile Vertriebslandschaft. Neben der Rita AG umwerben auch TLT Urlaubsreisen und Solamento die 48 Reiseverkäufer, die sich dem System angeschlossen hatten.

Mobiler Vertrieb Tablet Foto iStock Edgar

Im mobilen Vertrieb wachsen die Bäume derzeit nicht in den Himmel

Rita-Chef Kurt Koch stampfte mit My Travel Expert schnell eine neue Marke aus dem Boden, die den bisherigen Travelista-Reiseprofis nach der Abwicklung der Marke eine neue Heimat bieten soll. Schnell brachte sich aber auch TLTU-Chef André Repschinski in Stellung. Die mobilen Vertriebssysteme der TUI hatten im Mai bei ihrer Jahrestagung Wachstumsambitionen gezeigt und unter anderem ein neues CRM-Tool präsentiert, das den Mitgliedern eine integrierte Vertriebs- und Marketingplattform bietet. Repschinski umwirbt die Verkäufer nun mit der starken Marke TUI im Hintergrund und dem Argument, dass dort jeder Verkäufer eine eigene Agenturnummer erhalte. Neuzugänge wären ihm in jedem Fall willkommen.

Solamento-Chef Nitsche schrieb seine Ambitionen gleich in die Kommentarspalte des Fachportals FVW. "Für die angeschlossenen Partner stehen wir, wie bereits mitgeteilt, gerne zur Verfügung", schrieb er. Die Systemwelten seien ähnlich und daher können Solamento die Partner schnell integrieren. Später verschickte Nitsche dann eine Mitteilung, in der es heißt: "Mit seinem klaren Fokus auf Qualität, exzellenten Service im Fulfillment, mit umfassender Erfahrung und seinem bekannten Innovationsgeist hat Solamento ideale Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang und eine vielversprechende Perspektive für die Travelista-Reiseberater."

Das Geschacher um die 48 Travelista-Partner wirft auch ein Schlaglicht auf die Lage des mobilen Vertriebs insgesamt. Von der Goldgräberstimmung, die sich vor allem im Corona-Jahr 2021 breitgemacht hatte, ist nicht mehr viel geblieben. Damals waren nicht wenige davon ausgegangen, dass Reisebüroinhaber in Scharen ihre Ladenlokale aufgeben und sich dem mobilen Vertrieb zuwenden könnten. Nach wie vor gibt es keine belastbaren Marktdaten dazu, wie viele Reisebüros ihr Geschäft während der Pandemie oder im Anschluss daran tatsächlich aufgaben. Der große Run auf die mobilen Vertriebssysteme scheint aber insgesamt ausgeblieben zu sein. Daher ist auch die überschaubare Zahl von 48 Reiseverkäufern für TLTU, Solamento & Co. eine willkommene Möglichkeit, wenigstens ein bisschen Wachstum zu generieren.

Christian Schmicke

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