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31. August 2021 | 14:45 Uhr
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Konsortium um DRV erhält Zuschlag für Sicherungsfonds

Das Bundesjustiz- und -verbraucherschutzministerium hat entschieden, dass DRV, ASR, Forum anders reisen, RDA und VIR den Reisesicherungsfonds betreiben sollen. Die Verbände haben dazu bereits im Mai den Deutschen Reise Sicherungsfonds (DRSF) gegründet.

Insolvenz

Ein Verbände-Konsortium soll den Reisesicherungsfonds betreiben

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An dem Konsortium zur Organisation des Fonds sind der Deutsche Reiseverband (DRV) mit 78, die Allianz selbständiger Reiseunternehmen (ASR) mit zwei, das Forum anders reisen mit fünf, der internationale Bustouristik Verband (RDA) mit zehn und der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) mit fünf Prozent beteiligt. Der Gesellschafterkreis zeige sich "offen für weitere Verbände, die Anbieter von Pauschalreisen und verbundenen Reiseleistungen" repräsentierten, heißt es in einer Mitteilung.

Geschäftsführer des DRSF sind Thomas Schreiber und Andreas Gent. Schreiber verfügt über langjährige Erfahrungen im Asset- und Fondsmanagement. Gent kommt aus der Versicherungswirtschaft: Von 2001 an war er im Vorstand der Hanse-Merkur-Versicherungsgruppe und ist heute Aufsichtsratsvorsitzender der Hanse Merkur Krankenversicherung AG.

Bewerber Kaera geht leer aus

Der Versicherungsmakler Kaera, der sich ebenfalls für die Organisation des Fonds beworben hatte, geht damit leer aus. Auch die Forderung der Verbraucherzentrale Bundesverbands VZBV, die Insolvenzabsicherung dürfe "nicht mehr nur allein in den Händen der Reise- und Versicherungsbranche liegen", blieb unerhört. Der VZBV hatte betont, nur im Wege einer Fachaufsicht sei sichergestellt, dass die Vorgaben des Reiserechts auch wirklich beachtet würden.

Von den Gesellschaftern des Fonds heißt es indes: "Wir sind uns der Verantwortung für die Branche bewusst. Mitten in der Coronapandemie ist die bessere Absicherung der Reisenden eine wirtschaftliche Herausforderung für die überwiegende Mehrheit der Reiseunternehmen. Der Zusammenschluss der Verbände verfolgt das Ziel, die bestmögliche Absicherung, die sich aus dem gesetzlichen Auftrag ergibt, zu möglichst geringen Verwaltungskosten zu erbringen. Im Mittelpunkt steht dabei der Verbraucherschutz. Die zu diesem Zweck gegründete DRSF GmbH bekennt sich klar zu dieser Verpflichtung und steht dabei unter der Aufsicht des BMJV. Die Zeit zwischen der Erteilung der Erlaubnis und dem geplanten Start des Fonds am 1. November ist denkbar knapp. Alle Beteiligten werden deshalb mit einem Höchstmaß an Konzentration daran arbeiten, den Fonds aufzubauen und den Reiseveranstaltern so schnell wie möglich die Informationen zur Verfügung zu stellen, die für die Absicherung im Fonds notwendig sind."

Beirat soll demnächst bestimmt werden

Bis Oktober 2027 soll der Fonds – finanziert von den Reiseveranstaltern – ein Zielkapital von 750 Millionen Euro aufbauen. In der Anfangsphase stellt der Bund dafür eine Absicherung bereit. Für alle Veranstalter ab einem Umsatz von zehn Millionen Euro ist der Fonds verpflichtend für die Kundengeldabsicherung und für eine gegebenenfalls notwendige Repatriierung im Falle einer Insolvenz verantwortlich. Als Aufsichtsbehörde ist das Bundesjustizministerium bestimmt. Zudem werde "alsbald" ein Beirat berufen, der die Geschäftsführung unterstütze und berate, heißt es. Die Mitglieder sollen unter anderem die Verbraucherinteressen, die Interessen von Bund und Ländern sowie die Interessen der Reisewirtschaft vertreten. Insgesamt sollen bis zu elf Mitglieder bestimmt werden.

Christian Schmicke

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