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25. November 2021 | 15:04 Uhr
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Künftige Regierung setzt auf Deutschland-Tourismus

Die Ampelkoalition schreibt sich auf die Fahnen, den Tourismusstandort Deutschland „nach der Corona-Krise nachhaltig, klimafreundlich, sozial gerecht und innovativ zu gestalten“. Der Auslandstourismus wird im Koalitionsvertrag nicht erwähnt.

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Deutsche Reiseziele, hier an der Ostsee, sollen von der Politik der Ampelkoalition profitieren

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Der inländische Tourismus sei "ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit großem Zukunftspotenzial, besonders im ländlichen Raum", bescheinigen die künftigen Regierungsparteien der heimischen Branche. Die Bundesregierung werde den Prozess zur nationalen Tourismusstrategie wieder aufnehmen und die Koordinierung der Tourismuspolitik verbessern, um den Tourismusstandort Deutschland nach der Corona-Krise nachhaltig, klimafreundlich, sozial gerecht und innovativ zu gestalten.

Mit dem Modernisierungsprogramm „Zukunft Tourismus“ werde man unbürokratisch Neu- und Wiedergründungen unterstützen. Nationale Naturlandschaften, Unesco-Welterbestätten und Unesco Global Geoparks seien "wichtige Bestandteile des deutschen Tourismus“. Für einen nachhaltigen, naturverträglichen Tourismus unterstütze die Koalition einen "verstärkten Ausbau der passenden Infrastruktur, besonders bei Wander-, Rad- und Wassertourismus".

Plattform soll Aktivitäten koordinieren

Für einen langfristigen Dialog zu den Zukunftsthemen der Branche, Klimaneutralität, Digitalisierung, Fachkräfte, werde eine "Nationale Plattform Zukunft des Tourismus" gegründet. Die analoge Meldepflicht bei touristischen Übernachtungen werde, wo möglich, im Bundesmeldegesetz abgeschafft. Der Umgang mit Meldescheinen solle künftig komplett digital erfolgen, heißt es im Koalitionsvertrag. Zudem werde die Gewinnung ausländischer Fachkräfte für die deutsche Tourismusbranche durch den Abbau bürokratischer Hürden erleichtert.

Deutschland-Touristiker applaudieren

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) ist begeistert. "Die künftige Bundesregierung nimmt sich im Koalitionsvertrag zentraler Anliegen des Deutschlandtourismus und des DTV an“, sagt Geschäftsführer Norbert Kunz. Er sehe "ein ambitioniertes Programm, mit dem die großen Herausforderungen im Tourismus entschlossen angegangen werden sollen". Das Modernisierungsprogramm "Zukunft Tourismus" werde dazu beitragen, Gründungen im Tourismus zu unterstützen.

Besonders begrüßenswert sei, dass die künftige Bundesregierung die Koordinierung des Tourismus innerhalb der Bundesregierung verbessern wolle, so Kunz. Denn Tourismus sei Aufgabe der gesamten Bundesregierung und nicht nur eines Ressorts. Für den dauerhaften Dialog mit der Branche sei die Zusage der Koalitionspartner, eine „Nationale Plattform Zukunft des Tourismus“ einzurichten, eine "sehr wichtige strategische Weichenstellung".

BTW findet viele Ankündigungen "eher vage"

Der touristische Dachverband BTW erklärt, man baue darauf, dass das Motto der Ampelkoalitionäre ‚Mehr Fortschritt wagen‘ auch für die vielen tourismuspolitischen Bausteine im Zuge der anstehenden gesellschaftlichen Transformationen gelte. Allerdings blieben aus Sicht der Tourismusbranche viele Themen "eher vage", kommentiert Generalsekretär Michael Rabe.

Die Ansprüche, die an die Wirtschaft gestellt würden, seien hoch, so Rabe weiter: "Die Herausforderungen für die Unternehmen der Tourismuswirtschaft werden nicht kleiner. Das gilt von den Klimaschutzmaßnahmen bis hin zum steigenden Mindestlohn." Der Anspruch der Tourismuswirtschaft sei im Gegenzug, dass insbesondere die Klima- Transformation mit ausreichenden Investitionen begleitet werde, fordert Rabe. Die Energie- und Klimatransformation und die damit verbundenen Kosten stellten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen der Tourismusbranche vor Herausforderungen.

Nicht allein auf Deutschlandtourismus konzentrieren

Begrüßungswert sei aus Sicht der Tourismuswirtschaft auch die angekündigte stärkere Koordinierung der Tourismuspolitik, heißt es vom BTW. Diese müsse allerdings "dringend die Tourismuswirtschaft in ihrer ganzen heterogenen Vielfalt und nicht nur den inländischen Tourismus im Blick haben". Besonders wünschenswert wäre hierbei, dass künftig "insbesondere die tourismuspolitische Arbeit aller mit Tourismusthemen befassten Ministerien – von Verkehr über Wirtschaft und Finanzen bis hin zu Verbraucherschutz und Umwelt – stärker koordiniert wird“, fordert der BTW-Generalsekretär.

Christian Schmicke

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