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7. April 2020 | 21:42 Uhr
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Lufthansa stampft Germanwings ein und legt Flieger still

Der Flugbetrieb der ohnehin nicht mehr unter der eigenen Marke fliegenden Tochter Germanwings mit zuletzt rund 30 Flugzeugen wird beendet. Insgesamt verkleinert Lufthansa dauerthaft die Flotte um über 70 Maschinen, indem auch Langstreckenflugzeuge nicht nur vorübergehend geparkt, sondern stillgelegt und verkauft werden.

Lufthansa Airbus 380 eingemottet Foto Lufthansa.jpg

Lufthansa mustert zahlreiche Flugzeuge aus

Die ohnehin geplante Bündelung des Geschäftsbetriebs von Eurowings, in die Germanwings integriert war, auf eine Einheit, wird nun kräftig beschleunigt. Eurowings muss ebenfalls die Zahl ihrer Flugzeuge weiter reduzieren. So seien im Bereich der Kurzstrecke zusätzlich zehn Airbus A320 zur "Ausflottung" vorgesehen, teilt der Konzern mit. Das Langstreckengeschäft der Eurowings, das kommerziell von Lufthansa verantwortet wird, solle ebenfalls verkleinert werden. 

Der Vorstand des Lufthansa-Konzerns erwarte keine schnelle Rückkehr der Luftverkehrsindustrie auf das Niveau vor der Coronakrise, heißt es in einer Mitteilung. Nach seiner Einschätzung werde es Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben seien und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspreche. Auf Basis dieser Einschätzung seien weitreichende Maßnahmen beschlossen worden, um die Kapazität der Flugbetriebe sowie der Administration längerfristig abzusenken.

Vor allem Großraumflugzeuge werden ausgemustert

Bei der Lufthansa Airline werden sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Maschinen vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Die sechs A380 seien ohnehin ab 2022 für den Verkauf an Airbus vorgesehen gewesen, so Lufthansa. Die Ausflottung von sieben A340-600 und fünf Boeing 747-400 sei vor dem Hintergrund der nachteilhaften Ökoeffizienz und Wirtschaftlichkeit dieser Flugzeugtypen entschieden worden. Damit reduziert Lufthansa ihre Kapazitäten an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München.

Zusätzlich werde Lufthansa Cityline drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Seit 2015 hatte die Regionalfluglinie vor allem touristische Langstreckenziele für Lufthansa angeflogen.

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