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21. Juni 2019 | 07:00 Uhr
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Lufthansa und Eurowings drohen im Sommer Streiks

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO kündigte am Sonntag Streiks in der Ferienzeit an. Von den Arbeitskämpfen könnte zunächst Eurowings und anschließend Lufthansa betroffen sein. Auch die spanischen Eurowings-Piloten stehen in den Startlöchern, um zu streiken, wenn es nicht zur einer tariflichen Einigung kommt.

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Lufthansa habe die Gespräche über eine Tarifeinigung bei ​​​​​​Eurowings am vergangenen Freitag abgebrochen und alle Verhandlungen für beendet erklärt, sagt UFO-Tarifvorstand Daniel Flohr. Die Gewerkschaft ruft nun zunächst ihre Mitglieder bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings​​​​​​​ in der nächsten Woche zur Urabstimmung auf. Die dauert zwei Wochen, anschließend wird gezählt. Ein Streik stünde daher frühestens Mitte Juli an.​​​

Auch Lufthansa selbst will UFO bestreiken. Die Gewerkschaft verfasst derzeit nach eigenen Angaben Tarifforderungen, die dann laut Flohr gegebenenfalls zur Urabstimmung gestellt werden sollen. Das dürfte sich länger hinziehen als das angekündigte Vorgehen bei Eurowings.

UFO rechnet mit einem "starken Rückhalt bei den Mitgliedern". Allerdings befindet sich die Gewerkschaft selbst in einer Führungskrise. Wegen Untreuevorwürfen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mittlerweile zurückgetretene Vorstände. Lufthansa erklärte in einer Reaktion auf die Streikdrohung, im Moment gebe es weder offene Tarifverträge und auch keine konkreten Forderungen der Gewerkschaft. Daher erwarte man in nächster Zeit keine Streiks. Die Airline hält UFO wegen der ungeklärten Vorwürfe gegen frühere Funktionäre aktuell für nichtverhandlungsfähig. Die Berechtigung eines Streiks könnte daher vor Gericht geklärt werden.

"Sehr angespannte Stimmung" auf Mallorca

Die Streikbereitschaft der mallorquinischen Eurowings-Piloten geht aus einem Statement der spanischen Pilotenvereinigung SEPLA hervor. Darin heißt es, die Stimmung beim Flugpersonal der Lufthansa-Tochter sei nach einem "über acht Monate anhaltenden Verhandlungsmarathon sehr angespannt". Komme es beim anstehenden Verhandlungstermin am 27. Juni nicht zu einer Einigung, könnte das "arge Folgen für alle Mallorca Urlauber in der Hauptreisezeit haben".

Im Gegensatz zu ihren deutschen und österreichischen Kollegen hätten die Piloten und Flugbegleiter der Eurowings-Station in Palma "keinerlei Tarifverträge", klagt die Gewerkschaft. Wichtige Arbeitszeitbegrenzungen, Ruhezeitenregelungen und soziale Absicherung fehlten. Hinzu komme eine Vergütung, die zum Teil 50 Prozent unter dem Niveau der Kollegen mit Tarifverträgen liege. Dabei werde das spanische Personal regelmäßig an den deutschen Eurowings-Stationen eingesetzt und arbeite mit den deutschen Kollegen zusammen.

Treffen geplatzt

Laut der Gewerkschaft habe die Belegschaft ein Zusammentreffen mit der Geschäftsleitung, das für den 6. Juni angesetzt war, geschlossen gemieden. Der Termin hätte für neue Verhandlungen genutzt werden können, heißt es in einem offenen Brief und: „Eine Schlechterstellung unserer Konditionen zu vergleichbaren Mitbewerbern auf dem Markt, sowie in der Eurowings Gruppe, ist nicht akzeptabel und bedarf keiner Begründung Ihrerseits.“

Lufthansa hatte am Sonntagabend eine Gewinnwarnung herausgegeben und diese unter anderem damit begründet, dass Maßnahmen zur Kostensenkung bei der Tochter nicht so schnell gegriffen hätten wie geplant. Bei Eurowings rechne man für das zweite Quartal mit einem "deutlichen Rückgang“ der Erlöse, hieß es. Der Konzern kündigte "weitere Turnaround-Maßnahmen“ für die Low-Cost-Tochter an, die "in Kürze“ bekannt gegeben werden sollen.

Christian Schmicke

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