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5. Mai 2022 | 14:57 Uhr
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Mehrheit der Reiseprofis denkt positiv über Quereinsteiger

Gut 60 Prozent der Teilnehmer an einer Counter-vor9-Umfrage unter Reisebüros haben gute oder überwiegend gute Erfahrungen mit Quereinsteigern gemacht. Ebenso viele Befragte begrüßen Neuzugänge aus anderen Branchen; allerdings nur auf der Basis einer soliden Ausbildung.

Quereinsteiger

An der Umfrage im April nahmen mehr als 250 Reiseverkäufer teil. Dabei zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der Umfrageteilnehmer die Offenheit der Branche für Quereinsteiger, die schon lange besteht, aber nun im Zuge des Fachkräftemangels erneut intensiver diskutiert wird, begrüßt. Rund 40 Prozent befürchten hingegen einen Kompetenzverlust im stationären Vertrieb und verweisen darauf, dass bereits heute zu viele nicht ausreichend qualifizierte Verkäufer dem Ansehen der Reisebüros schadeten.

Zu den erklärten Gegnern von Quereinsteigerprogrammen, wie sie viele Reisebüroorganisationen planen oder gestartet haben, gehört der Reisebüroverband VUSR. Dessen Chefin Marija Linnhoff erklärte jüngst, das Vorhaben einer schnellen Qualifizierung von Mitarbeitern aus anderen Branchen sei Ausdruck einer verfehlten "Discount-Mentalität", die zum Boomerang für die Branche werden könne. Die Initiative, mit der zuletzt die Lufthansa City Center Schlagzeilen machten, helfe nicht bei der Lösung des Fachkräftemangels, sondern werte im Gegenteil das Berufsbild ab. Die Branche benötige vielmehr eine "ernstgemeinte Fachkräfte-Initiative". Gegen Quereinsteiger habe sie grundsätzlich nichts, so Linnhoff gegenüber Counter vor9. Doch deren Einstellung dürfe nicht genutzt werden, um das Lohnniveau zu senken.

Möchtegern-Reisedesigner oder erfolgreiche Profis?

"Hobbyreisebüros und Möchtergern-Reisedesigner ohne das nötige Fachwissen versetzen der Branche schon jetzt genug Schaden", kommentiert ein Inhaber, der nach eigener Aussage eher negative Erfahrungen mit Quereinsteigern gemacht hat. Und weiter: "Dieser Prozess darf sich keinesfalls fortsetzen, sonst wird er den professionellen Vertrieb vollständig zerstören. Andere Branchen wehren sich erfolgreich dagegen, die Touristik hingegen schweigt oder klatscht auch noch. Für mich persönlich absolut nicht nachvollziehbar!"

Diese Besorgnis spiegelt sich auch in zahlreichen Kommentaren im Rahmen der Umfrage wider. Allerdings gibt es auch viele andere Stimmen. "Die Branche war schon immer für Quereinsteiger offen, es kommt darauf an, wie die neuen Mitarbeiter eingeführt und angelernt werden", schreibt eine Büroleiterin. Eine Ausbildung in sechs Wochen sei allerdings zu kurz. "Ich selbst war vor 30 Jahren Quereinsteiger; ebenso wie die beste Mitarbeiterin, die ich je hatte", berichtet ein Reisebüroinhaber. "Begeisterung ist tausendmal wertvoller als die solideste Ausbildung der Welt", schreibt eine Inhaberin in einem weiteren Kommentar.

Christian Schmicke

Die aktuelle Debatte wurde vor allem von einer Quereinsteiger-Initiative der Lufthansa City Center angestoßen. Was es damit auf sich hat, darüber sprechen wir im Reise vor9 Podcast, der allein im vergangenen Monat in 27 Ländern weltweit gehört wurde, mit Holger Laube, Leiter Franchise bei LCC.

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