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9. August 2021 | 13:12 Uhr
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Mittelstandsverband will Aufbaufonds für Tourismusbranche

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) drängt darauf, den Tourismus krisensicherer aufzustellen. Unter anderem soll ein Aufbaufonds "vermehrte Direktinvestitionen und staatliche Förderung" bereitstellen, um die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern und die Abwanderung von Fachkräften zu stoppen.

Fördermittel iStock MarianVejcik

Der BVMW fordert für den touristischen Mittelstand Fördermittel ein

"Vor der Corona-Pandemie und den damit verbundenen, unverschuldeten Umsatzeinbrüchen trug die Tourismuswirtschaft mit über vier Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland bei. Damit dieser wichtige Wirtschaftszweig mit seinen vielen kleinen und häufig familiengeführten Unternehmen auch in Zukunft so erfolgreich agieren kann, ist die Politik gefragt. Sie muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um die Entwicklungsmöglichkeiten der mittelständischen Reisebranche zu sichern", sagt BVMW-Chefvolkswirt Dr. Hans-Jürgen Völz.

Um den Tourismus in Deutschland langfristig zu stärken, seien zusätzliche Maßnahmen erforderlich, erklärt der Verband im Zuge seiner tourismuspolitischen Forderungen mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl. Seit 2005 summierten sich die Fördermittel des Bundes für die Tourismuswirtschaft direkt und indirekt auf 34,6 Millionen Euro. Angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Branche sei diese Zahl – durchschnittlich rund 2,3 Millionen Euro im Jahr – „viel zu niedrig“. Der Mittelstand fordert deshalb "allgemein mehr Förderung für den Tourismus in Deutschland". Eine schnelle Möglichkeit sei, dass zu jedem Euro Tourismusabgabe Bund und Länder zusammen einen Euro beisteuerten.

Förderung von Weiterbildungsprogrammen

Um die Abwanderung von Fachkräften aus der Branche zu stoppen, seien Weiterbildungen und Neueinstellungen vonnöten, die "bürokratiearm gefördert werden" müssten, so der BVMW weiter. Die Attraktivität der Reisebranche ließe sich durch eine "moderne Ausbildungsordnung, verbesserten Kontakt zwischen allgemeinen Schulen und Tourismusschulen sowie ein generell verstärktes positives mediales Auftreten der Branche" steigern, glaubt der Verband. Zudem müsse das Thema Weiterbildung und Vermittlung von Führungskompetenz in der Touristik verstärkt in Angriff genommen werden.

Dies soll durch die Finanzierung eines "deutschlandweit groß angelegten Weiterbildungsprogramms" für die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften erfolgen. Gemeinsames Ziel von Wirtschaft und Politik müsse es sein, "einer grundsätzlich negativen Haltung gegenüber einer beruflichen Laufbahn im Tourismus entgegenzuwirken", so der Lobbyverband.

Daneben formuliert der BVMW eine Reihe klassischer Forderungen aus dem Repertoire der Unternehmer- und Arbeitgeberverbände. So wünscht er sich unter anderem Jahres-Arbeitszeitkonten für mehr Flexibilität bei saisonalen Spitzen, steuerliche Entlastungen für die Gastronomie und Busreiseveranstalter sowie eine Fortsetzung der Überbrückungshilfen für die Branche.

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