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12. März 2026 | 16:17 Uhr
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Nahost-Tourismus büßt täglich 600 Millionen Dollar ein

Der Iran-Krieg hat erhebliche Folgen für die Reisewirtschaft im Nahen Osten. Laut der Welttourismusorganisation WTTC entgehen der Region derzeit täglich rund 600 Millionen US-Dollar an internationalen Besucherausgaben. Geschlossene oder eingeschränkt nutzbare Flughäfen in wichtigen Drehkreuzen wie Dubai, Abu Dhabi, Doha und Bahrain treffen Reisende, Airlines, Hotels und andere Anbieter gleichermaßen.

Abu Dhabi

Die Golfstaaten, hier Abu Dhabi, verlieren aktuell nicht nur Gäste, sondern auch viel Geld

Der Nahe Osten spielt im internationalen Reiseverkehr eine wichtige Rolle. Rund fünf Prozent der weltweiten internationalen Ankünfte entfallen auf die Region. Noch bedeutender ist ihre Funktion als Transitdrehscheibe: Etwa 14 Prozent des globalen Umsteigeverkehrs laufen über Flughäfen im Nahen Osten.

Drehkreuze stark beeinträchtigt

Besonders betroffen sind große Luftverkehrsdrehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi, Doha und Bahrain. Diese Flughäfen fertigen normalerweise zusammen rund 526.000 Passagiere pro Tag ab. Seit Beginn des Konflikts wurden einige von ihnen geschlossen oder arbeiten nur eingeschränkt.

Die Störungen treffen damit nicht nur Airlines und Flughäfen. Auch Hotels, Mietwagenfirmen, Kreuzfahrtanbieter und andere touristische Unternehmen sind von ausbleibenden Reisenden betroffen. Zusätzlich fallen Kosten für Rücktransporte unter außergewöhnlichen Umständen an.

Die aktuellen Berechnungen des WTTC basieren auf einer Prognose für das Jahr 2026, die noch vor dem Ausbruch des Konflikts erstellt wurde. Demnach sollten internationale Besucher in diesem Jahr rund 207 Milliarden US-Dollar im Nahen Osten ausgeben. Unterbrechungen im Reiseverkehr wirken sich deshalb schnell auf die gesamte touristische Wertschöpfung aus.

Branche gilt als widerstandsfähig

Trotz der aktuellen Belastungen sieht der Verband langfristig Chancen für eine schnelle Erholung. Gloria Guevara, Präsidentin und CEO des WTTC, betont die Krisenresistenz der Branche. Erfahrungen aus früheren Krisen zeigten, dass sich die Nachfrage nach sicherheitsbedingten Vorfällen mit der richtigen politischen und wirtschaftlichen Unterstützung oft rasch erhole.

Unter bestimmten Bedingungen könne sich der Tourismus bereits innerhalb von zwei Monaten stabilisieren. Entscheidend seien klare Kommunikation, enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Unternehmen sowie Maßnahmen, die Sicherheit und Vertrauen der Reisenden stärken.

Christian Schmicke

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