NCL-Holding wächst trotz schwächerer Nachfrage
Norwegian Cruise Line Holdings hat den Umsatz im zweiten Quartal um 4,9 Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro gesteigert. Der Nettogewinn stieg von 26 auf 194 Millionen Euro. Zugleich belasten eine schwächere Nachfrage bei Norwegian Cruise Line und der Nahostkonflikt die Buchungen. Der Konzern hat den Verkauf der Oceania Sirena vereinbart, betreibt das Schiff aber noch bis Frühjahr 2028.
Norwegian Cruise Line Holdings
Die Oceania Sirena wird verkauft, bleibt aber vorerst Teil der Flotte
Für die kommenden zwölf Monate liegt der Buchungsstand nach Angaben des Konzerns unter dem angestrebten Niveau. Vor allem die Marke Norwegian Cruise Line verzeichne eine schwächere Nachfrage, sagt Konzernchef John Chidsey. Das Management führt dies auf eigene Probleme bei Vermarktung und Vertrieb sowie auf den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten zurück. Das Unternehmen wolle seine Marken klarer positionieren, das Erlösmanagement verbessern und das Geschäft mit einer neu aufgestellten Führung stabilisieren, so Chidsey weiter.
Zusätzlich zu bereits angekündigten Einsparungen in Höhe von jährlich 109 Millionen Euro hat der Konzern laut Chidsey weitere 87 Millionen Euro Einsparpotenzial identifiziert. Sie sollen vor allem aus der Bündelung von Technologieanbietern sowie geringeren Personal- und Zusatzkosten resultieren.
Jahresprognose bleibt verhalten
Für das Gesamtjahr erwartet Norwegian Cruise Line Holdings ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 2,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll etwa 609 Millionen Euro erreichen. Beim Nettoertrag rechnet der Konzern währungsbereinigt mit einem Rückgang um etwa fünf Prozent gegenüber 2025. Im dritten Quartal soll das Minus 8,9 Prozent betragen. Die angekündigten Veränderungen in Marketing und Erlössteuerung dürften das Ergebnis 2026 nach Einschätzung des Unternehmens nur begrenzt beeinflussen. Die Verschuldung bleibt unterdessen hoch. Ende Juni beliefen sich die Gesamtschulden auf 13 Milliarden Euro.
Sirena bleibt vorerst bei Oceania
Im Juli schloss der Konzern eine Vereinbarung über den Verkauf der Oceania Sirena. Die Transaktion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Käufer und Verkaufspreis wurden nicht genannt. Oceania Cruises will das Schiff anschließend auf Grundlage eines Chartervertrags noch bis zum Frühjahr 2028 einsetzen. Für Kunden und Vertrieb ändert sich damit zunächst wenig am Betrieb der Sirena.
Norwegian Cruise Line Holdings betreibt neben Norwegian Cruise Line und Oceania Cruises auch Regent Seven Seas Cruises. Die gemeinsame Flotte umfasst derzeit 35 Schiffe. Bis 2037 sollen 16 Neubauten hinzukommen.
Christian Schmicke