Gericht weist Millionenklage von Ex-CEO des NCLH-Konzerns ab
Ein Gericht in Miami hat die Klage des früheren NCLH-Chefs Frank Del Rio (Foto) gegen Norwegian Cruise Line Holdings und vier ehemalige Verwaltungsräte abgewiesen. Er hatte geltend gemacht, ihm seien nach seinem Rückzug als CEO zusätzliche Beraterhonorare in Millionenhöhe zugesagt worden. Del Rio will Berufung einlegen.
Norwegian Cruise Line Holdings
Acht Millionen Dollar hätte der Ex-Chef von Norwegian Cruise Line Holdings auf Basis mündlicher Absprachen gerne noch von seinem Ex-Arbeitgeber erhalten
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Im Kern des Streits steht eine nach Darstellung Del Rios getroffene mündliche Vereinbarung über insgesamt 18 Millionen Dollar für viereinhalb Jahre Beratungstätigkeit. Schriftlich vereinbart waren jedoch lediglich zweieinhalb Jahre und zehn Millionen Dollar.
Del Rio behauptete, Mitglieder des damaligen Verwaltungsrats hätten ihm zugesichert, auch die zusätzlichen zwei Jahre zu vergüten. Die höhere Summe sei nicht schriftlich festgehalten worden, weil NCLH sie angesichts gescheiterter Aktionärsabstimmungen über die Vorstandsvergütung und der Erholung des Unternehmens nach der Pandemie nicht habe offenlegen wollen.
Gericht sieht keine Grundlage für Betrugsvorwurf
Del Rio warf NCLH sowie den früheren Verwaltungsräten Russell Galbut, Harry Curtis, Mary Landry und Stella Davis unter anderem Betrug, Falschdarstellung und Verschwörung vor. Die Beklagten bestritten, dass es die behaupteten mündlichen Zusagen gegeben habe.
Der Judicial Circuit Court in Miami folgte dem Antrag der Beklagten und wies die Klage endgültig ab, wie das Portal Seatrade Cruise News berichtet. Del Rio kann die gleichen Ansprüche damit nicht in einer neuen Klage erneut geltend machen.
Kurz vor einer Anhörung habe er bereits einen Teil seiner Forderungen zurückgezogen, so das Portal. Dabei habe er eingeräumt, dass eine nicht schriftlich fixierte Zusage über die zusätzliche Vergütung nach dem Recht Floridas nicht durchsetzbar sei.
Vereinbarung hätte schriftlich festgehalten werden müssen
Del Rio argumentierte anschließend, er wolle nicht die mündliche Vereinbarung selbst durchsetzen, sondern Schadenersatz für Einkünfte verlangen, die ihm durch seinen vorzeitigen Ruhestand entgangen seien. Diese Argumentation überzeugte das Gericht nicht schreibt Seatrade Cruise News. Die Vereinbarung hätte der Schriftform bedurft.
Zudem seien die behaupteten betrügerischen Aussagen nicht ausreichend konkret mit Daten und einzelnen Aussagen belegt worden. Den Antrag Del Rios, diese Details erst im Zuge der Beweisaufnahme zu ermitteln, lehnte die Richterin ab. Betrugsvorwürfe müssten bereits vor Beginn eines solchen Verfahrens hinreichend präzise dargelegt werden. Del Rio will nach Angaben seines Anwalts gegen die Entscheidung Berufung einlegen.
Christian Schmicke