NCLH will Marken stärker voneinander abgrenzen
Norwegian Cruise Line Holdings stellt eine klare Abgrenzung der drei Kreuzfahrtmarken stärker in den Vordergrund. Norwegian Cruise Line soll für Flexibilität im gehobenen Volumensegment stehen, Oceania Cruises für Kulinarik und Ruhe, Regent Seven Seas für Ultra-Luxus.
Norwegian Cruise Line
Die Norwegian Luna wurde vor wenigen Tagen an NCL ausgeliefert
Norwegian Cruise Line Holdings schärft die Positionierung der drei Marken. Der Konzern mit Sitz in Miami will stärker auf ein abgestuftes Angebot im Premium- und Luxussegment setzen. Norwegian Cruise Line besetze den oberen Bereich des klassischen Kreuzfahrtmarkts, Oceania Cruises stehe für gehobene Reisen mit Fokus auf Kulinarik und Destinationen, Regent Seven Seas Cruises bleibe im Ultra-Luxussegment verankert, heißt es aus der Zentrale.
Vor allem im Luxusbereich will der Konzern die Unterschiede klarer herausarbeiten. Oceania setzt auf ein ruhigeres Produkt und hat für Neubuchungen seit Januar 2026 ein Adults-only-Konzept eingeführt. Regent hält dagegen an einem vollständig inkludierten Ultra-Luxusangebot fest und bleibt auch für Mehrgenerationenreisen offen.
Freiheit, Kulinarik und Ultra-Luxus
Bei Norwegian Cruise Line rückt das Unternehmen wieder das Thema Freiheit und Flexibilität ins Zentrum, wie Kevin Bubolz, Vice President & Managing Director Continental Europe, Middle East & Africa von NCL, im Gespräch mit Reise vor9 unterstreicht. Dafür wurde der frühere Claim "It’s different out here" wiederbelebt. Er soll die Marke deutlicher von einem aus Konzernsicht austauschbarer werdenden Kreuzfahrtmarkt abheben. Mit Angeboten wie dem Suitenbereich The Haven will Norwegian zugleich mehr Raum und Exklusivität innerhalb großer Schiffe bieten.
Oceania Cruises setzt auf Kulinarik, Destinationen und kleinere Einheiten im Luxussegment. Die Marke meldete Rekordbuchungen für ihr neues Schiff Oceania Sonata, das ab August 2027 fahren soll. Regent Seven Seas Cruises positioniert sich weiter mit großzügigen Suiten und einem stark auf komplexe Leistungen ausgerichteten Produkt. Für die Marke war der Januar nach Unternehmensangaben der stärkste Buchungsmonat ihrer Geschichte.
Neue Struktur im Luxusvertrieb
Flankiert wird die Markenpolitik durch einen Umbau in der Führung. Bei Regent Seven Seas hat Wesley D’Silva den Posten des Präsidenten übernommen. Nathan Hickman und Shawn Tubman wurden zu Chief Sales Officers für Oceania Cruises beziehungsweise Regent Seven Seas berufen.
Der Konzern will damit nach eigenen Angaben die Betreuung von Vertriebspartnern in allen Märkten stärken. Die neue Führungsstruktur solle die strategischen Pläne beider Marken beschleunigen und den Fokus auf Reiseverkäufer weiter erhöhen, heißt es.
Mehr Umsatz, weniger Nettogewinn
Finanziell meldet Norwegian Cruise Line Holdings für 2025 einen Umsatzanstieg um 3,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um elf Prozent auf 2,73 Milliarden Dollar. Das bereinigte Nettoergebnis legte um 15 Prozent auf 1,045 Milliarden Dollar zu. Der ausgewiesene Nettogewinn ging dagegen auf 423,2 Millionen Dollar zurück, nach 910,3 Millionen Dollar im Vorjahr.
Der neue Konzernchef John Chidsey räumte bei der Vorstellung der Bilanz operative Schwächen ein. Die Strategie sei intakt, bei der Umsetzung und Abstimmung zwischen den Bereichen habe es aber Defizite gegeben. Genau dort wolle das Unternehmen nun ansetzen, so Chidsey – wohl nicht zuletzt mit Blick auf den Hedgefonds und NCLH-Aktionär Elliott, der Druck auf das Management und dessen strategische Entscheidungen ausübt.
Christian Schmicke
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