Investor bringt neuen Mann bei NCLH ins Spiel
Beim Kreuzfahrtkonzern Norwegian Cruise Line Holdings (NCLH) verschärft sich der Machtkampf. Der Hedgefonds Elliott fordert ein neues Board sowie eine Überprüfung von Führung und Strategie. Der frühere Royal-Caribbean-Manager Adam Goldstein (Foto) arbeitet mit Elliott zusammen und ist als möglicher Direktor im Gespräch.
DLT Global
Adam Goldstein würde gerne bei Norwegian Cruise Line Holdings Verantwortung übernehmen
Elliott Investment Management erhöht den Druck auf Norwegian Cruise Line Holdings. Er strebt, wie bereits berichtet, ein neues Board of Directors, eine Überprüfung der Führungsstruktur und einen neuen Geschäftsplan an.
In öffentlichen Schreiben hatte der Fonds die bisherige Performance kritisiert. Die Aktie sei deutlich unterbewertet, das Unternehmen bleibe hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nach der Pandemie habe sich der Kurs langsamer erholt als bei der Carnival Corporation und vor allem bei der Royal Caribbean Group.
Goldstein bringt sich in Stellung
Adam Goldstein bestätigte in einer Kolumne im Magazin Fortune, dass er mit Elliott zusammenarbeite. Elliott habe ihn als potenziellen Direktor für das Board benannt.
Goldstein schreibt, Norwegian könne "viel besser" darin sein, von der derzeit starken Nachfrage nach Kreuzfahrten zu profitieren. Das Unternehmen verfüge über hervorragende Assets und eine hochwertige Kabinenstruktur, sei finanziell jedoch gegenüber Wettbewerbern zurückgefallen.
Zugleich betont er, im Falle einer Berufung nicht einseitig agieren zu wollen: Er würde als Direktor "für alle Aktionäre, Kreuzfahrtgäste und Reisebüropartner von Norwegian" handeln, nicht für einen einzelnen Investor, so Goldstein weiter.
Langjährige Branchenerfahrung
Goldstein war 32 Jahre für die Royal Caribbean Group tätig, darunter von 2007 bis 2014 als Präsident und CEO von Royal Caribbean International. Anschließend fungierte er als Präsident und COO sowie als Vice Chairman, bevor er das Unternehmen 2020 verließ. Zwischenzeitlich war er auch Vorsitzender der Cruise Lines International Association (Clia). Heute ist Goldstein Executive Chairman des Softwareunternehmens DLT Global.
Ob Goldstein tatsächlich ins Board einzieht, entscheidet sich auf der Hauptversammlung, die voraussichtlich im Juni stattfindet. Elliott benötigt dafür entweder eine einvernehmliche Lösung mit Norwegian oder die Unterstützung weiterer Investoren für eine Kampfabstimmung.
Christian Schmicke
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