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18. Mai 2020 | 15:28 Uhr
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Neue Spekulationen um Merger von Emirates und Etihad

Die Folgen der Corona-Pandemie rücken die seit 2018 kursierende Spekulationen, laut denen die beiden großen Golf-Carrier einen Merger planen könnten, erneut in den Vordergrund. Experten des börsennotierten Datenanalyse- und Beratungsunternehmens Global Data rechnen allerdings nicht damit, dass es bald dazu kommt. Eher dürften beide Airlines ihre Zusammenarbeit vertiefen, so die Analysten.

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Zwar hielten viele Marktbeobachter den Zusammenschluss von Abu Dhabis verlustbringendem National Carrier Etihad Airways und der profitablen Emirates aus Dubai grundsätzlich für sinnvoll, heißt es in einem Statement von Global Data. Allerdings hätten beide Fluggesellschaften lange Zeit gut nebeneinander existiert und dabei ihre Zusammenarbeit, etwa in den Bereichen Sicherheit und Flugzeugwartung, vertieft. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, heißt es von den Airline-Spezialisten.

In einem gemeinsamen Statement hatten Emirates-Chef Tim Clark und Etihad-CEO Tony Douglas gewarnt, 85 Prozent aller Fluggesellschaften weltweit würden ohne staatliche Hilfen bis zum Jahresende in die Pleite getrieben. Eine Erholung der Industrie auf das Niveau des Vorjahres sei erst für 2023 zu erwarten. Auch dies hatte die Spekulationen um einen möglichen Zusammenschluss zur weltweit größten Fluggesellschaft genährt.

Corona-Krise erfordert massive Investitionen

Die Airlines würden nach der Pandemie zunächst ihre Synergie stärken, statt einen ressourcenintensiven Merger anzugehen, glaubt daher Global-Data-Manager. Denn die Corona-Krise werde riesige Investitionen in Gesundheitsmaßnahmen an Bord der Flugzeuge und an den Flughäfen erfordern. Diese Aufgaben müssten die Airlines erledigen, bevor sie sich an die "Mammutaufgabe" machen könnten, die Prozesse an ihren beiden Hubs aufeinander abzustimmen.

Während die immer wieder dem Vorwurf staatlicher Unterstützung durch Dubai ausgesetzte Emirates in den vergangenen Jahren stets respektable Gewinne erzielte, war Etihad nach verlustintensiven Beteiligungen an Airberlin, Alitalia und der indischen Jet Airways in Schieflage geraten.

Zu den Hauptproblemen von Emirates zählt derzeit der riesige Bestand am Großraumflieger Airbus A380, für den profitable Routen immer schwieriger zu finden sind. 115 wurden bereits ausgeliefert, acht weitere sollen folgen. Nun könnte die Krise den ursprünglich erst bis 2035 geplanten Abschied von dem Riesenvogel beschleunigen. Zudem plant der Carrier aus Dubai nach Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg“, rund 30.000 von insgesamt 105.000 Arbeitsplätzen zu streichen.

Emirates bestätigt die genannten Pläne für Massenentlassungen indes nicht. Ein Sprecherf der Airline erklärt, es habe "keine Ankündigung von Massenentlassungen seitens der Fluggesellschaft" gegeben. "Jede derartige Entscheidung würde in angemessener Form mitgeteilt werden", heißt es weiter. Das Führungsteam habe "alle Abteilungen angewiesen, eine gründliche Überprüfung der Kosten und Ressourcenplanung anhand der Geschäftsprognosen vorzunehmen". Dabei habe "die Erhaltung der liquiden Mittel, die Sicherung unseres Geschäfts und die Erhaltung eines größtmöglichen Teils unserer qualifizierten Mitarbeiter oberste Priorität".

Christian Schmicke

 

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