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20. August 2019 | 07:00 Uhr
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Neue Technik soll Flughäfen besser vor Drohnen schützen

Das Bundesverkehrsministerium hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit einem Aktionsplan beauftragt, der systematische Erkennung von Drohnen an Flughäfen sicherstellen soll. Anlass ist die steigende Zahl von Drohnensichtungen in der Nähe von Airports, die bisweilen zur Einstellung des Flugbetriebs führen.

Drohne

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Zuletzt musste am 10. Mai wegen einer Drohnensichtung die Südbahn des Frankfurter Flughafens für eine halbe Stunde gesperrt werden. Tags zuvor waren alle Start- und Landebahnen für fast eine Stunde außer Betrieb gestellt worden. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) räumen laut "Frankfurter Rundschau" in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP im Landtag ein, dass Drohnen zu einer "wachsenden Gefahr" geworden seien. Al-Wazir verweist laut dem Zeitungsbericht darauf, dass es an Systemen zur Drohnenerkennung "in Echtzeit" fehle und dass Drohnen nur maximal 30 Minuten lang in der Luft seien. Daher hätten in den genannten Fällen "noch keine verantwortlichen Personen" ermittelt werden können.

"Aus Sicht des Verkehrsministeriums stellt der Betrieb von unbemannten Flugsystemen in Flugplatznähe ein erhebliches Risiko für die Sicherheit des Flugbetriebs dar", erklärt die DFS nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu dem vorgesehenen Aktionsplan. Das liege an der steigenden Zahl der Drohnensichtungen in unmittelbarer Umgebung von Flughäfen. Abgabetermin für den Plan ist der 30. September.

Es fehlen Möglichkeiten zur Identifizierung

Grundsätzlich ist der Drohneneinsatz in Deutschland bereits ausreichend geregelt. Sie dürfen in einem Radius von eineinhalb Kilometern um Flughäfen herum nicht fliegen. Außerdem ist es verboten, Hauptverkehrswege, öffentliche Gebäude, Industrieanlagen, Gefängnisse, Militäranlagen oder Rettungseinsätze zu überfliegen. Nach Angaben der Flugsicherung gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ gefährden Drohnen dennoch immer häufiger die Flugsicherheit. 2018 wurden demnach 158 Fälle gemeldet, in denen sich Flugzeugpiloten von einer Drohne behindert fühlten – 80 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten zählte mit 31 der Frankfurter Flughafen, gefolgt von Berlin Tegel mit 17 und München mit 14 Vorfällen.

Das Hauptproblem liegt dabei in der eindeutigen Identifizierung der Drohnen. Sind sie erst mal in der Luft, gibt es keine Möglichkeit, die Flüge auf dem Radar zu erkennen. Selbst wenn sie bemerkt werden, lassen sie sich meist nicht schnell genug einem Besitzer zuordnen. Denn Nutzer müssen sich zwar mit einer Plakette auf dem Gerät zu erkennen geben. Ein System zur Registrierung oder ein Funksignal, mit dem Behörden elektronisch prüfen können, wem die Drohne gehört, gibt es bislang nicht. Das soll sich durch den Aufbau einer neuen Technologie zur Drohnenüberwachung und ihrer Registrierung ändern. Infrage komme laut der „Süddeutschen Zeitung“ etwa eine neue Radarüberwachung, der Aufbau von Störsendern, die Drohnen zum Abdrehen zwingen oder das Einrichten von Sensoren, die Alarm schlagen, wenn sie Signale von Fernsteuerung an das Flugobjekt wahrnehmen.

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