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11. August 2022 | 16:43 Uhr
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Neun-Euro-Ticket beflügelt Tourismus im ländlichen Raum

Das Neun-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr hat zwar keine nennenswerte Verschiebung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene gebracht. Doch kam es vor allem in ländlichen, touristisch beliebten Regionen zu einem Anstieg des Eisenbahnverkehrs, ergab eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes.

Regionalbahn

Der Nahverkehr erlebte durch das Neun-Euro-Ticket einen kräftigen Aufschwung

In den touristisch attraktiven ländlichen Regionen lagen die erfassten Reisen laut Statistischem Bundesamt im Juni und Juli 2022 um durchschnittlich 80 Prozent höher als in den Referenzmonaten 2019. Die Zahl der Reisen im Eisenbahnverkehr ab 30 Kilometern lag um 42 Prozent über dem Niveau vom Juli des Vorkrisenjahres 2019. Die Zahl der Reisen im Straßenverkehr lag dagegen bundesweit weiterhin ungefähr auf dem Niveau des Vergleichszeitraumes von 2019.

In Reisegebieten mit hohem Tourismusaufkommen war laut der Erhebung vor allem bei Bahnreisen zwischen 30 und 100 Kilometern ein Anstieg zu beobachten. In den ersten beiden Monaten seit Einführung des Neun-Euro-Tickets habe sich hier das Reiseaufkommen im ländlichen Raum verglichen mit 2019 mehr als verdoppelt, heißt es. Bei Reisen zwischen 100 und 300 Kilometern hätten die Werte im Schnitt um 55 Prozent höher gelegen als im Jahr 2019, bei Reisen über 300 Kilometer Distanz im Schnitt um 35 Prozent.

In Städten war der Effekt geringer

Dabei sei zu beachten, dass gerade bei längeren Reisen im Eisenbahnverkehr in ländlichen Gebieten mehrere Umstiege notwendig sein könnten, erläutern die Statistiker. Dies könne unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass eine einzelne, lange Reise als zwei kürzere Bewegungen erfasst würden. In städtischen Reisegebieten mit hohem Tourismusaufkommen lag die Zahl der Reisen im Eisenbahnverkehr ab 30 Kilometern nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes im Juni und Juli 2022 übrigens im Schnitt um 28 Prozent höher als im selben Zeitraum 2019.

Eine regionale Verschiebung vom Straßen- zum Schienenverkehr lasse sich dagegen nicht erkennen. Zwar habe es ab Anfang Juni in drei von vier Gebietskategorien einen Rückgang im Straßenverkehr verglichen mit 2019 gegeben, ab Mitte Juli befänden sich die Reisen auf der Straße jedoch wieder auf dem Vorkrisenniveau oder leicht darüber. In der bundesweiten Perspektive habe die Veränderungsrate im Straßenverkehr im Juni und Juli 2022 im Schnitt bei null gelegen.

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