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8. April 2020 | 13:55 Uhr
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Ohne Gutscheinlösung erhalten Kunden "womöglich gar nichts"

Davon geht der Präsident des touristischen Dachverbandes BTW, Michael Frenzel (Foto), aus. Frenzel beziffert die Summe der Rückzahlungen, allein für die Reisen, die bis Ostern aufgrund der weltweiten Reisesperre abgesagt sind, auf rund 4,5 Milliarden Euro.

Frenzel Michael

BTW-Chef Michael Frenzel warnt vor Veranstalterpleiten

Komme die Voucherlösung, bei der Kunden anstelle von Rückzahlungen mit einem Gutschein auf künftige Reisen vorlieb nehmen müssen, in Deutschland nicht, könne man "in einem zweiten Schritt nicht mehr über eine Zukunftslösung für die Branche reden", sagte Frenzel im Interview mit dem Handelsblatt. "Wenn die Liquidität, wie jetzt die Rechtslage ist, voll ausgezahlt werden muss, werden sich am Ende viele Unternehmen strecken." Die Bundesregierung hatte eine Rechtsänderung zugunsten der Gutscheine befürwortet. Allerdings muss diese noch von der EU abgesegnet werden.

Blieben Hilfen, insbesondere für den Mittelstand und die Gutscheinlösungen aus, werde der Tourismus künftig in Deutschland nur noch von Onlinern und Großkonzernen dominiert, warnte der frühere TUI-Chef. Das könne "nicht im Interesse der Reisenden sein, und auch nicht im Interesse der Industrie".

Dass die Maßnahme, Kunden vorerst die Erstattung ihrer Gelder vorzuenthalten, der Pauschalreise schade, glaubt der BTW-Präsident nicht. "Wenn man sich die Rückholaktionen der Veranstalter und Airlines anschaut, von denen Zehntausende Urlauber profitiert haben, dann waren das in erster Linie Pauschaltouristen. Insofern hat sich die Pauschalreise gerade in dieser Krise bewährt", so Frenzel.

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