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6. Oktober 2016 | 12:14 Uhr
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Politik lenkt Studiosus-Gäste

Studienreisende reagieren sensibel. Wenn ein Land die Sympathie verliert oder als unsicher gilt, wenden sie sich ab. Das zeichnet die Weltkarte der Studiosus-Gäste nach. So gibt es für die Türkei im kommenden Jahr derzeit null Buchungen. 2012 waren es noch 6.000. "Das ist kein reines Istanbul-Problem, man fährt nicht gerne zu Erdogan", glaubt Studiosus-Chef Peter-Mario Kubsch. Das Gleiche gelte für Ungarn. Und wenn Trump der nächste US-Präsident werde, sieht Kubsch auch die USA im Abwärtstrend.

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Schwer verkäuflich ist auch der gesamte arabische Raum, nicht nur aus Sicherheitsbedenken. Die Buchungen für Marokko gingen nach den Übergriffen in Köln schlagartig zurück. "Der Einbruch um die Hälfte ist eindeutig dem Ereignis zuzuordnen", ist Kubsch sicher. Er sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Buchungen und der Berichterstattung der Medien. So hätten Meldungen über den sklavenähnlichen Umgang mit Arbeitern den Golfstaaten geschadet, für die Studiosus ein Minus von einem Drittel verbuchte.

Ein Grund für die heftigen Ausschläge sei der Tatsache zuzuschreiben, dass meistens Frauen bestimmen, wo es im Urlaub hingeht. "Für die spielen Aversionen gegen ein Land eine große Rolle." Das zeige sich etwa an Indien, wo Übergriffe auf Frauen praktisch an der Tagesordnung sind und sich die Meldungen darüber in deutschen Medien häufen.

Allerdings gibt es auch Lichtblicke, zum Beispiel das südliche Afrika, Mittelamerika, Japan oder Island. Unterm Strich steht bei Studiosus für dieses Jahr ein Teilnehmerminus von drei Prozent auf rund 100.000 Gäste. Erfreulich für Kubsch: Der Umsatz stieg dennoch um zwei Prozent auf 262 Millionen Euro.

Ins nächste Jahr startet der Marktführer für Studienreisen mit 30 neuen Touren. Entsprechend der Verlagerung der Nachfrage wurde auch das Programm angepasst. So gibt es allein 15 neue "Smart & Small"-Trips in kleinen Gruppen für Europa. Die Türkei flog übrigens nicht ganz aus dem Programm, auch wenn Buchungen bisher ausblieben.

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