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19. Juli 2022 | 16:34 Uhr
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Reisebüros zwischen Hoffen und Bangen

Nach buchungsstarken Wochen ist es am Counter vielerorts wieder ruhiger geworden, wenn nicht gerade Flugstreichungen für Ärger und Arbeit sorgen. Manche Reiseprofis befürchten bereits ein frühes Ende des Aufschwungs, andere gehen von einem saisonalen Phänomen aus.

Fragezeichen

In vielen Reisebüros ist es derzeit eher ruhig – normal oder ein Grund zur Sorge?

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Christin Hoffmann, Reisebüroinhaberin aus dem sächsischen Werdau nahe Zwickau, ist besorgt. Nachdem die Geschäfte zuletzt gut liefen, verzeichnet sie nun wieder "ein starkes Absacken der Nachfrage". Zahlreiche Kunden buchten nun entweder billiger oder verlagerten ihre Reisepläne gleich auf das nächste Jahr. „Viele unserer Gäste haben Angst vor dem Winter und dem Gaspreis", berichtet sie im Gespräch mit Counter vor9 und fügt hinzu: "Jetzt haben wir leider das nächste Problem."

Hoffmanns Eindruck ist kein Einzelfall. So geht aus dem am Dienstag veröffentlichten touristischen Vertriebsklimaindex der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner hervor, dass die Reisebüros ihre Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten im Juli deutlich zurückschraubten. Die Stimmung sei wieder auf dem Niveau des Monats Februar angelangt, so die Unternehmensberater.

Buchungsschub nach den Ferien?

Eine Spontanumfrage von Counter vor9 über Social Media, die keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt, bestätigt im Kern, dass es derzeit im Hinblick auf Buchungen in den Reisebüros eher ruhig zugeht. Unterschiedlich sind indes die Einschätzungen, was daraus abzuleiten ist. So berichten einige Reiseprofis, in deren Bundesländern die Sommerferien bereits begonnen haben, schwächere Buchungen innerhalb der Ferienzeit seien schon immer normal gewesen. "Ab September geht es wieder richtig los mit den neuen Buchungen", schreibt eine Reiseverkäuferin, die sich im Zuge der Corona-Pandemie dem mobilen Vertrieb zugewandt hat. Eine Reihe von Mitstreiterinnen teilt diese Prognose.

Wo bleiben die Last-Minute-Buchungen?

Gleichwohl gibt es auch zahlreiche skeptischere Kommentare. Einige machen das Flughafenchaos und dessen mediale Präsenz dafür verantwortlich, dass so manchem die Lust auf die Urlaubs-Flugreise vergangen sei. Zudem seien die Meldungen über Hitzewellen und Waldbrände kurzfristigen Buchungen nicht zuträglich. Aber auch Sorgen wegen hoher Heizungsrechnungen im Winter bewegten die Kunden. "Wir haben die Sommerferien noch vor uns in Bayern und das Kurzfristgeschäft wäre jetzt echt noch wichtig", schreibt eine Reisebürochefin aus dem südlichen Bundesland.

Einige Reiseprofis haben den Eindruck, dass die Kombination aus Krieg, Energiepreis- und allgemeinen Inflationssorgen, steigenden Reisepreisen, Flugchaos, Klimakrise und Pandemie zu einem toxischen Cocktail auswachsen könnte. Und auch Corona spielt aktuell offenbar wieder eine größere Rolle. Viele Kunden seien kurz vor Abreise positiv auf das Virus getestet worden, schreibt ein Reisebüroinhaber. Dabei sind offenbar nicht alle Reisearten im gleichen Ausmaß von einer Zurückhaltung der Kundschaft betroffen. "Kreuzfahrten - besonders ab Deutschland ohne Flug - sind aktuell schon noch gefragt", schreibt eine Reisebürochefin, die in der Sparte aktiv ist.

Christian Schmicke

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