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29. August 2019 | 07:00 Uhr
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Rettungsdeal für Thomas Cook wird konkret

Laut einer Pressemitteilung übernimmt Großaktionär Fosun für eine halbe Milliarde Euro mindestens 75 Prozent des Veranstaltergeschäfts von Thomas Cook und ein Viertel der Airline-Anteile. Banken sollen für denselben Betrag 75 Prozent der Airline-Anteile und bis zu 25 Prozent der Veranstalteranteile erhalten.

Thomas Cook Reisebüro Glasgow

Thomas Cook Reisebüro in Glasgow

Der Deal solle bis Anfang Oktober besiegelt werden, teilt Thomas Cook mit. Er stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und einer rechtlich bindenden Vereinbarung zwischen dem Konzern, den Banken sowie dem chinesischen Investor. Andere "Schlüsselaktionäre" sollen in den Plan eingebunden werden, wo es "angemessen" sei, heißt es außerdem. Die Anmerkung dürfte sich unter anderem Neset Kockar, den Besitzer des Reiseanbieters Anex Tour, beziehen, der seit kurzem acht Prozent der Cook-Aktien besitzt und nach eigenem Bekunden bei den Plänen mitmischen will.

Was aus Kockars Anteilen nun wird, bleibt zunächst ebenso unklar wie eine Regelung für die Altaktionäre, die in den Plänen nur eine marginale Rolle spielen. Der Kurs der Thomas-Cook-Aktie gab infolge der Ankündigung erneut um mehr als 16 Prozent nach. In der Erklärung von Thomas Cook heißt es, die aktuellen Pläne der Unternehmensführung sähen vor, dass das Unternehmen an der Börse  notiert bleibe. Dies könne sich aber im Verlauf der Rekapitalisierung "unter bestimmten Umständen" ändern.

Erklärtermaßen sollen das Veranstalter- und das Airline-Geschäft nach Abschluss des Deals voneinander getrennt werden. Dass die Banken als Mehrheitsgesellschafter der Fluggesellschaften, zu denen auch Condor zählt, dauerhaft an Bord bleiben wollen, gilt in der Branche als unwahrscheinlich. Daher dürften bald neue Spekulationen um künftige Interessenten ins Kraut schießen. Lufthansa, die bereits früher ein Kaufinteresse an Condor geäußert hatte, signalisierte vergangene Woche, dass sie künftig auf der Langstrecke mit dem Ferienflieger kooperieren wolle.

Christian Schmicke

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