Royal Caribbean steigert Umsatz durch späte Buchungen
Die Royal Caribbean Group hat im zweiten Quartal 4,2 Milliarden Euro umgesetzt, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die Passagierzahl stieg ebenfalls um sechs Prozent auf 2,1 Millionen. Eine starke kurzfristige Nachfrage und niedrigere Kosten als erwartet veranlassen den Kreuzfahrtkonzern, die Gewinnprognose für 2026 anzuheben.
Royal Caribbean International
Die Legend of the Seas ist der jüngste Neuzugang in der Royal-Caribbean-Flotte
Die Kapazität der Flotte wuchs im Quartal vom 1. April bis zum 30. Juni um fünf Prozent, die Auslastung erreichte laut Reederei 110 Prozent. Der Nettogewinn sank allerdings von 1,05 Milliarden auf 970 Millionen Euro. Die Nettoerlöse je verfügbarer Passagierkreuzfahrtnacht stiegen um 1,9 Prozent, währungsbereinigt um 1,2 Prozent. Das Wachstum fiel damit stärker aus als erwartet. Die Buchungsvolumina liegen laut Royal Caribbean über dem Vorjahresniveau, zugleich verkauft der Konzern seine Reisen nach eigenen Angaben weiterhin zu Rekordpreisen.
Auch die Nachfrage nach Ausgaben an Bord und Angeboten an den Reisezielen entwickelt sich nach Angaben des Unternehmens positiv. Royal Caribbean setze dabei auf eine gezieltere Ansprache der Gäste vor Reisebeginn sowie auf Loyalitäts- und Technologieprogramme, heißt es.
Längere geopolitische Spannungen hätten die Buchungen für einzelne Routen indes kurzfristig leicht belastet. Der Effekt sei in der angehobenen Prognose berücksichtigt. Die frühen Buchungstrends für 2027 liegen laut Finanzchef Naftali Holtz gleichwohl über den historischen Vergleichswerten. Das gelte auch für einige der 2026 betroffenen Fahrtgebiete.
Gewinnprognose steigt um 14 Prozent
Für das Gesamtjahr erwartet Royal Caribbean nun ein Umsatzwachstum von neun Prozent. Die Nettoerlöse sollen 2026 um 2,35 bis 2,85 Prozent steigen. Währungsbereinigt rechnet der Konzern mit einem Plus zwischen 1,75 und 2,25 Prozent. Die Nettokosten ohne Treibstoff sollen nominal nur um rund 0,4 Prozent zulegen und währungsbereinigt etwa stabil bleiben. Im dritten Quartal erwartet die Gruppe acht Prozent mehr Umsatz.
Im Juli nahm die Legend of the Seas als drittes Schiff der Icon-Klasse den Betrieb auf. Der Konzern sieht in der Baureihe einen wichtigen Teil seines weiteren Wachstums. Loyalitäts- und Technologieprogramme sollen zugleich die Zahl der Wiederholungsbuchungen und die Ausgaben der Gäste erhöhen.
Christian Schmicke