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30. August 2019 | 07:00 Uhr
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Ryanair rutscht immer tiefer in die Streikfalle

Neben dem spanischen Kabinenpersonal, das im September an zehn Tagen streiken will, hat nun auch die spanische Pilotengewerkschaft Streikmaßnahmen an fünf Tagen angedroht. Hinzu kommt der bereits angekündigte Ausstand der britischen Piloten, der von Montag bis Mittwoch nächster Woche geplant ist.

Ryanair-Flugzeuge

Ryanair-Flugzeuge

Die Streikmaßnahmen der spanischen Mitarbeiter der Low-Cost-Airline richten sich gegen die geplante Schließung von von vier spanischen Basen in Las Palmas auf Gran Canaria, Teneriffa Süd, Lanzarote und Girona. Ryanair hatte den Abbau mit der verzögerten Auslieferung der Boeing 737 Max begründet. Nachdem zunächst das Kabinenpersonal einen Ausstand am 1., 2., 6., 8., 13., 15., 20., 22., 27. und 29. September angekündigt hatte, schlossen sich die in der Gewerkschaft Sepla organisierten Piloten nun für den 19., 20., 22., 27. und 29. September an. Beide Arbeitnehmervertretungen lassen der Airline aber noch die Möglichkeit offen, ein Mediationsverfahren einzuleiten.

Welche genauen Auswirkungen die geplanten Ausstände auf den Flugbetrieb haben, ist bislang unklar. Die spanischen Behörden schreiben vor, dass ein Mindestbetrieb der Flüge zum spanischen Festland und sogar der komplette Flugbetrieb zu den Inseln aufrechterhalten werden müsse. Ob sich die Belegschaft angesichts des drohenden Arbeitsplatzabbaus an diese Vorgaben hält, ist allerdings keineswegs sicher, wie spanische Medien berichten.

Marken treten gegeneinander an

Firmenchef Michael O'Leary hatte vor einigen Wochen angekündigt, die vier eigenen Marken im Wettbewerb stärker gegeneinander antreten zu lassen. Ryanair, Laudamotion, Buzz und Malta Air sollen also nicht nur die Konkurrenz in Schach halten, sondern sich auch gegenseitig in puncto Kosten unterbieten. Die gemeinhin arbeitgeberfreundliche FAZ berichtete vor einigen Tagen zudem unter Berufung auf Angestellte der Airline, die Firmenleitung schaffe eine "Atmosphäre der Angst", um strikte Kostenvorgaben einzuhalten.

Für das Airline-Management ist die Gemengelage ein unangenehmer Spagat, nachdem es sich im vergangenen Jahren bereits auf die Anerkennung von Gewerkschaften geeinigt hatte, was einer kleinen Revolution gleichkam. Einigt sich die Führungsspitze mit weiteren Interessengruppen, um Arbeitsniederlegungen zu vermeiden, steigen die Personalkostendadurch weiter., was angesichts sinkender Flugpreise und einer allgemeinen konjunkturellen Eintrübung in Europa Probleme bringt. Bleibt sie bei ihrer harten Haltung, sind weitere Streiks im Herbst und Winter vorprogrammiert.