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10. Januar 2020 | 13:08 Uhr
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So tickt der neue Chef des Münchener Flughafens

Jost Lammers, der das Amt zum Jahreswechsel von Michael Kerkloh übernommen hat, ist seit 20 Jahren in der Flughafenwelt unterwegs. Vor zwölf Jahren übernahm er den Chefsessel des ungarischen Hauptstadtflughafens Budapest. Nun warten einige Herausforderungen auf ihn.

Lammers Jost

Jost Lammers löst Michael Kerkloh ab

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Das wichtigste zuerst: Auch nach dem Ende der Ära Kerkloh wird der Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt nicht von einem Anhänger des FC Bayern München geleitet. Während der alte Chef bekennender Anhänger von Borussia Dortmund war, ist sein 52-jähriger Nachfolger Fan des FC Schalke 04. Das berichtet der "Merkur" unter Berufung auf Kerkloh, der nun im Ruhestand ist.   

Der gebürtige Oldenburger Lammers verbrachte seine Kindheit und Jugend im niedersächsischen Osnabrück und war seit den späten neunziger Jahren für verschiedene europäische Flughäfen tätig. Nach seinem Abitur schloss er zunächst eine Berufsausbildung zum Bankkaufmann ab. Nach dem Wehrdienst studierte er Betriebswirtschaft und Wirtschaftswissenschaften in Bayreuth, Witten-Herdecke und San Diego. Seinen Start ins Berufsleben unternahm der Diplom-Ökonom 1994 bei einem Automobilzulieferer. Zwei Jahre später wechselte er zur Hochtief AG und war hier zunächst im Controlling und Beteiligungsmanagement tätig.

20 Jahre Airport-Erfahrung

In der Athen wirkte Lammers später für den Baukonzern an der Eröffnung des neuen Flughafens mit; in Düsseldorf verantwortete er von 2004 bis 2007 die Bodenabfertigung. Im vergangenen Sommer löste der verheiratete Vater zweier Söhne Kerloh als Präsident des europäischen Flughafenverbands ACI Europe ab, nun beerbt er ihn auch im Flughafen-Chefsessel. Nach Angaben regionaler Medien loben Mitarbeiter, die mit den Lammers schon an dessen neuer Wirkungsstätte zu tun hatten, ihren Chef als offen, interessiert und zugewandt. Der neue Airport-Chef will sich mit seiner Familie in der Region niederlassen – laut "Merkur" wohl "irgendwo zwischen Hauptbahnhof und Flughafen".

Nach allgemeiner Einschätzung hinterlässt Michael Kerkloh seinem Nachfolger ein gut bestelltes Haus. Auch 2019 wuchs das Verkehrsaufkommen – von Januar bis November um 3,7 Prozent auf 44,5 Millionen Passagiere. Zudem fährt der Airport regelmäßig schöne Gewinne ein. Allerdings sind an dem 28 Jahre alten Flughafen einige Renovierungsarbeiten erforderlich. Und den Wunsch seines Vorgängers nach einer dritten Start- und Landebahn, den Lammers dem Vernehmen nach teilt, muss er wohl erst einmal auf die lange Bank schieben. Denn in dieser Legislaturperiode des bayerischen Landtags wird daraus gemäß einer Absprache der CSU mit den Freien Wählern nichts.

Kritische Fragen zu Nachtflügen und Subventionen

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher schickte denn auch gleich ein Signal der Opposition im Landtag an den neuen Flughafenleiter. Er forderte bei der Staatsregierung laut "Süddeutscher Zeitung" die aktuellsten Daten für das vergangene Jahr am Münchner Flughafen an. Unter anderem geht es dabei um die Zahl der erteilten Ausnahmegenehmigungen für zusätzliche Nachtflüge und um Subventionen, die Airlines zur Förderung der Ansiedelung neuer Flugrouten gezahlt wurden.

So habe die Flughafengesellschaft 2018 mit 24 Millionen Euro, dem bisher höchsten Subventionsbetrag seit zehn Jahren, 118 Ziele gefördert, von denen fast drei Viertel bereits vom Flughafen München aus angeflogen worden seien, kritisiert der Abgeordnete. "Wenn in Zeiten des Klimawandels mit solchen Millionenbeträgen künstlich Flugbewegungen generiert werden, dann besteht erst recht kein Bedarf für eine zusätzliche Start- und Landebahn", zitiert die "Süddeutsche" ihn.

Christian Schmicke

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