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12. Juli 2021 | 07:00 Uhr
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Starre Öffnungszeiten sind für Reisebüros passé

Mehr als die Hälfte der Reisebüros bietet Kunden neben den Ladenöffnungszeiten individuelle Termine oder Beratung über digitale Medien an. Viele Vertreter des stationären Vertriebs setzen zudem auf Terminvereinbarungen.

Geschlossen

Erreichbarkeit bemisst sich in vielen Reisebüros nicht mehr an den Ladenöffnungszeiten

Die Mehrzahl der Reisebüros geht nach eigener Einschätzung flexibel auf die Wünsche ihrer Kundschaft ein, wenn es darum geht, Beratung und Buchungen auch außerhalb klassischer Ladenöffnungszeiten zu ermöglichen. Das zeigt eine Counter-vor9-Umfrage an der rund 600 Vertriebsprofis teilnahmen. Demnach wickeln nur 13 Prozent der befragten Reisebüroinhaber und Büroleiter ihr Geschäft ausschließlich innerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten ab. 62 Prozent vereinbaren daneben individuelle Termine und knapp die Hälfte ist neben der persönlichen Präsenzberatung auch über E-Mail, Whatsapp oder Facebook erreichbar.

Eine Frage der Machbarkeit

Aus zahlreichen Kommentaren der Befragten geht hervor, dass Flexibilität in Sache Beratung für sie nicht erst seit Corona selbstverständlich sei. 70 Prozent der befragten Reisebürochefs sind überzeugt, dass die Beschränkungen der Services auf feste Öffnungszeiten nicht mehr zeitgemäß seien. Allerdings stimmen immer noch 30 Prozent der Aussage zu, dass eine Ausweitung der Services über die klassischen Öffnungszeiten hinaus ist für stationäre Büros nicht praktikabel sei. "Media Markt, Saturn, C&A und andere machen auch um 20 Uhr zu", heißt es in einem Kommentar. Die vielbeschworene größere Flexibilität sei dem Personal nur schwer vermittelbar, berichtet ein anderer Umfrageteilnehmer.

Terminvereinbarungen auf dem Vormarsch

Zahlreiche Reiseprofis unterstreichen in Kommentaren, dass sie verstärkt oder sogar ausschließlich mit Terminvereinbarungen arbeiten. Das schaffe für die Kunden eine größere Verbindlichkeit und ermögliche eine bessere Vorbereitung, schreibt einer. Einige Reisebürochefs haben zudem die festen Ladenöffnungszeiten zugunsten individueller Termine reduziert. Um im Wettbewerb mit reinen Online-Portalen zu bestehen, müssten Reisebüroinhaber und -mitarbeiter flexibel sein, sagen 85 Prozent der befragten Reisebüroinhaber und Büroleiter. Und immerhin stimmen auch knapp 70 Prozent der Expedienten und Azubis dieser Aussage zu.

Christian Schmicke

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