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14. Mai 2021 | 14:20 Uhr
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Studie sagt starke Zunahme von Insolvenzen voraus

Nach dem Ende der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei vor allem bei kleineren Firmen und Einzelunternehmen aus stark betroffenen Branchen wie der Touristik und der Hotellerie mit einem deutlichen Anstieg der Firmenpleiten zu rechnen, erklärt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Insolvenz

Kleinere Unternehmen aus der Touristik sind besonders stark von Insolvenzen bedroht

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Anfang Mai 2021 lief die vorübergehende Aussetzung der gesetzlichen Insolvenzantragspflicht für Unternehmen aus. Anhand von Insolvenzdaten des Statistischen Bundesamts, des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, des Bundesministeriums der Finanzen sowie des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, zwischen 2006 und Dezember 2020 gehen die Wissenschaftler des Mannheimer Instituts davon aus, dass „mit einem starken Anstieg an Insolvenzen in den kommenden Monaten zu rechnen“ sei.

Dabei seien die deutschen Wirtschaftszweige unterschiedlich betroffen: Vor allem in den vier Monaten nach Pandemiebeginn sei ein überproportional starker Rückgang an Insolvenzen im Dienstleistungs- und Handelssektor zu beobachten gewesen. „Seit dem Aussetzen der Insolvenzantragspflicht für illiquide Unternehmen werden über alle Branchen hinweg leicht steigende Insolvenzzahlen beobachtet, die sich aber immer noch auf niedrigem Niveau bewegen“, sagt Georg Licht, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs "Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik" und Co-Autor der Studie. Die ZEW-Wissenschaftler vermuten, dass die Anzahl an Unternehmensinsolvenzen in stark betroffenen Teilbranchen wie Gastronomie, Beherbergung, Tourismus und Bekleidung, in den kommenden Monaten weiter steigen werden.

Rechtsform und Beschäftigung beeinflussen Insolvenz

Daneben untersuchen die Wissenschaftler, ob die Rechtsform eines Unternehmens die Insolvenzzahlen beeinflusst. Mit einem Anstieg der Insolvenzen nach dem Ende der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht rechnen die Verfasser der Studie vor allem bei vollhaftende Unternehmen. "Unternehmen, die mit ihrem gesamten Vermögen haften, sind mit weitreichenden Konsequenzen konfrontiert. Sie haben deshalb die Möglichkeit zur Aussetzung der Insolvenz überproportional genutzt. Nach Rückkehr zur Insolvenzantragspflicht sollten die Insolvenzen dieser Haftungsform jedoch wieder ein höheres Niveau erreichen", sagt Licht. Bei Unternehmen mit beschränkter Haftung werde dieser Effekt nicht so stark ausfallen.

Auch kleine Unternehmen bis zehn Mitarbeitern sowie Selbstständige und Freiberufler werde es verstärkt erwischen, so der ZEW-Forscher. Vor allem kleine Unternehmen mit begrenzten Bargeldreserven und geringen Sicherheiten für die Inanspruchnahme neuer Kreditlinien seien "einem hohen Insolvenzrisiko ausgesetzt".

Ältere Unternehmer stärker betroffen

Die Studie stellt außerdem fest, dass seit der Pandemie die Zahl an gestellten Insolvenzanträge durch ältere Unternehmer über 65 Jahren im Verhältnis zu den Insolvenzen Jüngerer unter 35 Jahren aufschließe. Seit Herbst 2020 sei zudem ein Rückgang an Insolvenzen von Einzelunternehmern zu beobachten gewesen, doch dieser Trend werde sich bald umkehren, so die Studie. "Die Corona-Pandemie trifft weibliche und ältere Unternehmer sowie einzelne stärker", sagt Licht. Zu erwarten sei, dass etwa Einzelunternehmende Teil eines "Insolvenzstaus" seien und deshalb Insolvenzen dieser Unternehmer in den kommenden Monaten ebenfalls zunehmen werden, fasst der ZEW-Wissenschaftler Licht zusammen.