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12. November 2020 | 13:07 Uhr
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Sunny Cars will Corona-Krise aus eigener Kraft überstehen

Die in ihrer Höhe nicht genau bezifferten "hohen Millionenverluste des laufenden Geschäftsjahres" könne der Mietwagenbroker aus seinen Rücklagen finanzieren, sind Mitgesellschafter Thorsten Lehmann und Firmengründer Kai Sannwald überzeugt. Sunny Cars sei "sogar in der Lage, das neue Geschäftsjahr ohne eine einzige Buchung zu überstehen".

Lehmann Thorsten Sannwald Kai

Sunny Cars übersteht auch eine lange Durststrecke, sagen Thorsten Lehmann und Kai Sannwald

Eigentlich hatte Sannwald zu Jahresbeginn das Ziel ausgegeben, im Geschäftsjahr 2019/2020 rund 900.000 Buchungen zu generieren; daraus wurden schließlich 232.000 Buchungen und ein Umsatz in Höhe von 71,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der vermittelte Umsatz laut Sunny Cars mit 833.000 Buchungen bei 275 Millionen Euro gelegen.

"Uns kommt zugute, dass wir die erwirtschafteten Gewinne der vergangenen Jahre überwiegend im Unternehmen belassen haben und somit auf hohe Rücklagen zurückgreifen können. Damit ist es uns möglich, auch weitere Verluste aus dem Eigenkapital zu stemmen", sagt Sannwald. Das unterstreicht auch die bereits Ende April veröffentlichte Bilanz des Geschäftsjahres 2018/19. Demnach lag der Gewinn bei knapp fünf Millionen Euro. Das Eigenkapital betrug 33,6 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bewegte sich Ende Oktober 2019 bei 65 Prozent. Zum Bilanzstichtag wies die Gesellschaft liquide Mittel in Höhe von 43,5 Millionen Euro aus.

Besserung erst Mitte nächsten Jahres

Für das aktuelle Geschäftsjahr plant Sunny Cars laut Mitgesellschafter Thorsten Lehmann "mit Vorsicht“ und fährt "intern einen rigiden Sparkurs“. Man stelle sich darauf ein, "dass so schnell nicht mit einer Rückkehr zur Normalität beim Reiseverhalten zu rechnen ist", betont Lehmann. Erst Mitte 2021 rechne er mit einer langsamen Besserung der Gesamtsituation.

Trotz der erwartbaren weiteren Durststrecke appellieren die Sunny-Cars-Chefs an die Branche, ihre Produkte im kommenden Reisejahr nicht nur über den Preis zu verkaufen. "Genau jetzt bietet sich die Chance für mehr Qualität", glaubt Lehmann. "Es gilt, die Kunden noch mehr auf der Basis von Service und Leistung zu gewinnen."

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